Polizei beim FC Bayern Fremder in der Kabine: Ribéry fühlt sich bedroht

Franck Ribéry im Training an der Säbener Straße. Am Mittwochmittag hat er nach der Einheit eine böse Überraschung erlebt. Foto: imago/Rauchensteiner

Nach dem Training schafft es ein Franzose, sich den Zugang in die Umkleide der Bayern-Stars zu erschleichen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann an der Säbener Straße unangenehm auffällt

 

München - Schock für Bayern-Star Franck Ribéry nach dem Vormittagstraining am Mittwoch an der Säbener Straße: Als der Franzose nach der Einheit in die Kabine kommt, ist sein Platz schon besetzt. Ein junger Mann sitzt dort und spricht den Mittelfeldspieler des FC Bayern an.

Auf Französisch. Der Landsmann hat es bis in die Kabine des Profi-Traktes geschafft und meint nun zu Ribéry: „Wir müssen reden! Wir müssen reden!“ Ribérys Antwort: „Wir müssen gar nichts. Was machst du hier? Was soll das?“ Es kommt zu einem Wortgefecht, der Bayern-Star ist empört, dass der Fremde ihm plötzlich so nahe gekommen war. In der Kabine lagen auch die Wertsachen wie Geld, Handy, Uhr. Ribéry alarmiert den Sicherheitsdienst, der Mann wird hinausgebracht. Der FC Bayern ruft die Polizei – doch als die Beamten eintreffen, ist der Eindringling bereits verschwunden.

Es dauert etwas, bis sich Ribéry beruhigt hat. Gegenüber einem Ordner soll der 29-Jährige laut TV-Sender „Sky Sport News HD“ gesagt haben: „Das nächste Mal kommt er vielleicht mit einem Messer!“

Der Mann, offenbar geistig verwirrt, ist schließlich schon mal bei Bayern aufgetaucht. Vor zwei Wochen hatte er einen Kampfhund samt Brief („Der ist für Franck Ribéry“) abgegeben (AZ berichtete). Weil der Star nichts von der Sache wusste, kam die zweijährige Hündin ins Tierheim. Im persönlich an Ribéry adressierten Brief stand: „Cher Franck, es tut mir leid, aber ich weiß nicht mehr, an wen ich mich noch wenden könnte“. Der Absender sei ein glühender französischer Ribéry-Fan, der in München zuletzt im Obdachlosenheim gelebt hat.

Weil der Mann am Mittwoch direkt vor dem Trainingszentrum an der Säbener Straße geparkt hatte, wurde sein Kennzeichen wiedererkannt, dadurch konnte der Franzose identifiziert werden. Die Polizei bestätigte der AZ, den „Einsatz wegen einer fremden Person auf dem Gelände des FC Bayern“.

Demnächst soll eine Streife den Mann besuchen, um zu erkunden, was hinter dessen merkwürdigem Verhalten steckt. „Gefährderansprache“ heißt es das im Fachjargon; strafrechtlich kann er nicht belangt werden. Der FC Bayern erteilte ihm ein Hausverbot, sah aber von einer Anzeige ab.

Zu klären bleibt: Wie konnte der Franzose in die bewachte Kabine vordringen?

Das war ein unglücklicher Zufall. Ribéry selbst hatte den Ordnern vor dem Training den Besuch eines Bruders und eines Cousins angekündigt. Als die beiden in der Kantine aßen, „hat der Mann“, so Bayern-Sprecher Markus Hörwick, „die Gunst der Stunde genutzt.“ Auf Französisch bat er die Ordner, ihn zu Ribéry in die Kabine zu lassen. Schon war es passiert.
Daher ist der Mann – strafrechtlich gesehen – nicht widerrechtlich aufs Gelände und in die Kabine eingedrungen.

Nach dem Vorfall saß der Bayern-Star noch einige Zeit in der Kabine, duschte sich und aß dann in der Mitarbeiter-Kantine zu Mittag. „Er ist wohlauf, es ist ja zum Glück nichts passiert“, berichtete Hörwick, „er macht schon wieder Scherze.“ Ein Schreck – zum Glück ohne Folgen. Am Donnerstag reisen die Bayern via Hannover nach Wolfsburg, dort tritt die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes am Freitagabend in Wolfsburg zum nächsten Bundesligaspiel an.

Aufgrund des unglücklichen Zufalls sieht der FC Bayern davon ab, das Ordnerpersonal aufzustocken. Hörwick: „Das kann mal passieren, wir wollen jetzt nicht die Sicherheitsmaßnahmen verstärken.“

 

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