Politspektakel im Superwahljahr Parteien laden zum Aschermittwoch

Die rhetorische Kost ist traditionell deftig. Zum Politischen Aschermittwoch werden wieder heftige Redeschlachten erwartet. Und Antworten auf wichtige Fragen. Hat Steinbrück mehr Zuhörer als Seehofer? Und was sagt Brüderle im Kernland des Dirndls?

 

Passau - Tempoverschärfung im Wahlkampfmarathon: Sieben Monate vor der Bundestagswahl laden die Parteien am Mittwoch (von 09.30 an) wieder zu ihren traditionellen Aschermittwochs-Kundgebungen ein. Schwerpunkt des Politspektakels, zu dem tausende Parteianhänger erwartet werden, ist traditionsgemäß Niederbayern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt abends in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern auf, wo sie ihren Wahlkreis hat.

In Bayern steht der Schlagabtausch nicht nur im Zeichen des Bundestags-, sondern auch des Landtagswahlkampfes. Bei der CSU in Passau spricht neben Parteichef Horst Seehofer auch der langjährige Ministerpräsident Edmund Stoiber. Bei der SPD in Vilshofen treten Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Landtags-Spitzenkandidat Christian Ude auf.

Und auch die kleineren Parteien bieten ihr Spitzenpersonal auf. Bei den Grünen in Landshut wird Spitzenkandidat Jürgen Trittin antreten, bei der FDP in Dingolfing Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle. Der Spitzenkandidat der Liberalen für die Bundestagswahl war zuletzt in die Kritik geraten, nachdem eine „Stern“-Reporterin eine anzügliche Bemerkung Brüderles beschrieben hatte.

Der SPD könnte in diesem Jahr zum ersten Mal gelingen, die CSU zu übertreffen und die größte Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Denn die Sozialdemokraten haben in Vilshofen ein großes Bierzelt aufgestellt, das für 4500 Besucher mit Bierbänken bestuhlt wird. Bei der CSU in der Passauer Dreiländerhalle liegt die zugelassene maximale Sitzplatzkapazität bei 4000 Besuchern.

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück setzt mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst trotz schwacher Umfragewerte weiter auf Sieg. „Ich spiele nicht auf Platz“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ kurz vor seinem Auftritt in Vilshofen. Er verwies zudem auf seine Erfahrungen mit bayerischen Festzelten: „Vor drei Jahren in Gillamoos im Bierzelt hat es ganz gut geklappt. Danach hieß es, Steinbrück habe im Vergleich mit der CSU-Konkurrenz ein Unentschieden erreicht. Dieses Mal will ich mehr.“ Der rot-grüne Erfolg bei der Landtagswahl in Niedersachsen habe der SPD „Selbstbewusstsein und Motivation“ gebracht, sagte Steinbrück.

Die CSU will diesmal die besten Pointen aus den Reden ihres früheren Vorsitzenden Franz Josef Strauß präsentieren. Seehofer sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwoch): „Ich will, beginnend mit diesem Aschermittwoch, eine große Kontinuität deutlich machen: Strauß-Stoiber-Seehofer.“ Strauß habe Bayern zum Industrieland gemacht, Stoiber zum Hightech-Land. Er selbst wolle es zum Land der Digitalisierung machen. „Das ist eine Linie“, sagte Seehofer.

 

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