Politik Regionalwahlen: Sarko heißt jetzt Sar-K.o.

Frankreichs Präsident Sarkozy Foto: dpa

PARIS - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy geht bei den Regionalwahlen unter, seine Umfragewerte sinken. Und jetzt n wachsen bei den eigenen Leuten auch schon Zweifel.

 

Es war mehr als eine Schlappe, es war eine verheerende Niederlage: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ist mit seinem Lager bei den Regionalwahlen so massiv abgestürzt, dass sein Stand insgesamt schwer angeschlagen ist – mit ersten Folgen für die Präsidentschaftswahl 2012. Schon titelt der „Nouvel Observateur“ über ihn: „Sar-K.o.“

Der Triumph der Linken fiel deutlich aus: Sie gewann in 21 der 22 Regionen des Festlands – nur das Elsass wird künftig noch von den Konservativen regiert. Im Landesdurchschnitt kam sie auf knapp 54 Prozent, das ist das beste Ergebnis seit drei Jahrzehnten. Das Regierungslager von Sarkozy stürzte auf 36 Prozent ab, während die rechte Front National zulegen konnte.

Der sonst für jeden Auftritt zu habende Sarkozy schickte Regierungschef François Fillon vor. Der erklärte, er übernehme „seinen Teil der Verantwortung“. Am Montag trafen sich die beiden zu einem Krisengespräch, um über Konsequenzen zu reden. Es wird erwartet, dass eine kleinere Kabinettsumbildung kommt. Auch die Ankündigung einer „Reformpause“ ist im Gespräch. Die Rentenreform soll wohl auf jeden Fall noch kommen, auf der Kippe steht dagegen die Klimasteuer.

Doch damit ist es kaum getan. Umfragen belegen, wie sehr Sarkozys Ansehen gesunken ist. Was früher als dynamisch galt, sieht eine Mehrheit heute als sprunghaft und unbedacht. Steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Kaufkraft tragen zur wachsenden Unbeliebtheit bei. So sehr, dass auch im eigenen Lager Zweifel wachsen, ob er für die Präsidentschaftswahlen 2012 noch der richtige Kandidat ist. Und sein alter Widersacher Dominique de Villepin, kürzlich in einer Rufmord-Affäre freigesprochen, will diese Woche seine eigene konservative Partei gründen. In den Umfragen steht er schon jetzt besser da als Sarkozy.

Doch auch bei erfolgreichen Linken könnten sich zwei alte Rivalinnen im Kampf um die Kandidatur gegenüber stehen: Die sozialistische Parteichefin Martine Aubry hat durch ihre sachliche Art während des aktuellen Wahlkampfs an Statur gewonnen, manche beschreiben sie als „linke Angela Merkel“. Ex-Kandidatin Ségolène Royal hingegen hat in ihrer Region Poitou-Charentes mit mehr als 60 Prozent eines der besten Ergebnisse ihrer Partei geholt – und macht keinen Hehl aus ihren neuerlichen Ambitionen.

 

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