Politik Hilfe aus Kreuth: Warum Seehofer Westerwelle hilft

Horst Seehofer bei der Klausur der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth Foto: dpa

KREUTH - Der CSU-Chef fürchtet einen Domino-Effekt, der ihn selbst zu Fall bringen könnte.

 

Wie schlimm muss es um Westerwelle und seine FDP stehen, wenn er jetzt schon Hilfe aus Kreuth braucht? Bisher wurden die Liberalen aus dem Hochtal am Tegernsee attackiert, diesmal aber startet die CSU eine Rettungsaktion: „Wir müssen in die FDP hinein stabilisierend wirken“, appellierte der CSU-Chef an die Bundestagsabgeordneten. „Die Lage der FDP ist nicht mehr nur Sache der FDP, sondern auch Sache der bürgerlichen Koalition.“

Noch am Dienstag hatten er und die Kanzlerin mit Guido Westerwelle telefoniert und ihn angefleht, jetzt bloß nicht das Handtuch zu werfen. Seinen Duz-Freund Guido lobt er: „Für mich gehört er zu den ganz starken Figuren des deutschen Liberalismus.“

Seehofer weiß, wenn Westerwelle fällt, die FDP immer weiter absackt, dann gehen nicht nur die Wahlen in Baden-Württemberg verloren. Dann könnte eine Domino-Effekt entstehen, der auch ihn wegreißt von der Spitze der CSU und der Macht in Bayern.

Die große Schwesterpartei CDU warnte Seehofer davor: „Es soll sich jetzt keiner Gedanken darüber machen, die Koalition zu wechseln.“ Die Alternative sei nur die Opposition. Laut CSU gibt es in der CDU vor allem um die so genannte „Pizza-Connection“, zu der auch Kanzleramtschef Ronald Pofalla und Bundesumweltminister Norbert Röttgen zählen, Bestrebungen, Westerwelle den Laufpass zu geben und lieber mit den Grünen zu koalieren. Für Seehofer ein Albtraum: „Es geht darum, in dieser Republik, wo es tendenziell eine linke Mehrheit gibt, dauerhafter eine bürgerliche Mehrheit zu haben.“

„Alles nur aufgesetzte Krokodilstränen“, schimpft der hessischen FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn: „Die verbitte ich mir.“ Er griff die Union an: „Es ist weder kameradschaftlich noch klug, dass sich CDU und CSU in innere Debatten der FDP einmischen.“

 

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