Politik Die CSU wird zur Happening-Partei

Gegenwind der CSU-Basis für die Frauenquote Foto: dpa

MÜNCHEN - Luftballons, Malstifte, Mitmachen für alle: Die Schwarzen werden in Grünen-Manier aktiv. Die CSU ist für alles offen und bereit für alle möglichen Ideen - das will die Partei ab Donnerstag vermitteln.

 

Opa und Oma malen mit dem Enkelkind, wie sie sich Bayern im Jahr 2020 vorstellen. Danach lassen sie gemeinsam Wunschluftballons in den weiß-blauen Himmel steigen – mit ihren Ideen für den Freistaat der Zukunft. Als grünes Happening hätte das die CSU früher verspottet. Jetzt, in ihrer Krise, greift sie selbst in die „Mach-mit“-Kiste: Mit Mal- und Luftballon-Aktionen starten die Schwarzen am Donnerstag im Landtag ihren „Zukunftsdialog“.

Die Meinung über diese Art von Bürger-Mitmach-Kampagne ist in der Fraktion geteilt. Die einen finden es „doof“, dass plötzlich Opa und Kindergartenkind per Malstift die Christsozialen in Zukunftsfragen beraten und bezeichnen es als „Schnapsidee“. Andere wiederum sind überzeugt: Wenn die CSU Bayern zum kinderfreundlichsten Land machen will, muss sie auch die Kinder befragen.

Dabei bittet die CSU jetzt alle Bürgerinnen und Bürger um Hilfe. Unter dem Motto „Gemeinsam Bayern bewegen“ sollen sie per Internet, E-Mail, oder SMS ihre Wünsche und Ideen einbringen. Das ganze Land als schwarze Zukunftswerkstatt: Fraktionschef Georg Schmid hat extra eine Agentur engagiert, die die Aktion organisiert und den Wählern das Gefühl vermitteln soll, die CSU sei für alles offen und bereit für alle möglichen Ideen.

Doch ganz so ist es auch wieder nicht. Schmid hat bereits vorgesorgt, falls die Bayern etwas anderes als die CSU wollen sollten. „Es gibt Grundpositionen, an denen wir festhalten“, sagt er. Im November soll das Ergebnis präsentiert werden. Angela Böhm

 

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