Polit-Rebellin Pauli schreibt Buch über Stoibers Sturz

Fünf Jahre nach der Bespitzelungsaffäre um Gabriele Pauli will die Ex-CSU-Rebellin den Sturz des damaligen Ministerpräsidenten Stoiber in einem Buch Revue passieren lassen. Foto: abendzeitung

Fünf Jahre nach der Bespitzelungsaffäre um Gabriele Pauli will die Ex-CSU-Rebellin den Sturz des damaligen Ministerpräsidenten Stoiber in einem Buch Revue passieren lassen.

 

München - Das Werk, das Ende nächsten Jahres erscheinen soll, handle von „Intrigen, Machtansprüchen, Verbalentgleisungen politisch führender Kräfte zur Verhinderung demokratischer Prozesse“, sagte Pauli der Nachrichtenagentur dapd in München. Sie werde die politischen Geschehnisse in Bayern zusammenfassen und kommentieren.

„Ich beschreibe aus meiner Sicht, wie politische Reformen im Keim erstickt wurden und wie wenig Zuversicht manche Menschen in unserem Staat noch haben, dass sie gehört werden“, erläuterte die 54-Jährige. Stoibers Verhaltensweise rund um seinen Sturz sehe sie mittlerweile mit „weniger großem Respekt“ als früher.

„Er hat nach seinem Rückzug, den er ja wirklich aus eigener Einsicht vollzogen hat, seinen Nachfolger Günther Beckstein demontiert“, kritisierte Pauli. Daher werde sie auch die Ereignisse nach Stoibers Rückzugsankündigung beleuchten. Bis heute habe sich die CSU von „ihrer verqueren Macht- und Personalpolitik“ nicht erholt.

Auch habe die Partei den Sturz ihres langjährigen Vorsitzenden nicht für eine Erneuerung genutzt. „Die CSU hat bis heute nicht zu ihren Wurzeln zurückgefunden, sie lebt die christlich-sozialen Werte nicht.“ Von den Memoiren, die Stoiber im nächsten Jahr zusammenstellen will, erwartet Pauli keine größeren Widersprüche zu ihren Schilderungen der Bespitzelungsaffäre: „Ich schätze, dass er in seinen Memoiren dafür wenig Platz einräumen wird.“

 

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