Polen Biden-Sohn und Kwasniewski arbeiten für ukrainische Gasfirma

Der ehemalige polnische Präsident und Ukraine-Beauftragte des EU-Parlaments, Aleksander Kwasniewski, hat eine Beratertätigkeit für das ukrainische Gasunternehmen Burisma eingeräumt und verteidigt.

Warschau/Washington - Kwasniewski bestätigte am Mittwoch in Warschau, bei dem nach eigenen Angaben größten nichtstaatlichen Gasversorger der Ukraine seit Januar als Direktor zu arbeiten. Er sehe darin aber nichts Problematisches, sagte Kwasniewski im polnischen Nachrichtensender TVN24. Polens Regierungschef Donald Tusk hingegen bezeichnete die Situation als "sehr unangenehm".

Neben Kwasniewski ist auch Hunter Biden, ein Sohn von US-Vizepräsident Joe Biden, für das Unternehmen tätig. Der Anwalt sei für die Rechtsabteilung der privaten Firma Burisma zuständig - nach eigenen Angaben der größte unabhängige Gasversorger des Landes, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch.

Der 44-Jährige ist nach Angaben des Unternehmens seit April als einer der Direktoren tätig. Auch ein früherer Mitbewohner des Stiefsohns von US-Außenminister John Kerry arbeitet dort als ein Direktor. Sowohl Kerry als auch Joe Biden sind als US-Regierungsmitglieder tief in die politischen Vorgänge in dem Land einbezogen.

Burisma wird laut dem "Wall Street Journal" von Nikolai Slotschewski kontrolliert, der unter anderem in der Regierung des gestürzten und nach Russland geflüchteten Präsidenten Viktor Janukowitsch für die Energieressourcen verantwortlich war und somit erheblichen Einfluss auf die Öl- und Gasindustrie hatte.

Gemeinsam mit anderen privaten Firmen sei Burisma für gut zehn Prozent der Produktion in dem Land verantwortlich, heißt es weiter. Der jährliche Umsatz liege geschätzt bei rund 190 Millionen Dollar (138 Millionen Euro).

Das Weiße Haus wollte nicht näher auf die Personalie eingehen. "Hunter Biden und andere Mitglieder der Familie sind offensichtlich private Bürger", sagte der Sprecher Jay Carney. Wo sie arbeiteten, habe nichts mit dem Präsidenten oder Vizepräsidenten zu tun.

 

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