Playoff-Halbfinale Bayerns Basketballer gegen Bamberg: Mission Impossible

Kämpfen um jeden einzelnen Ball: Bambergs Theis (unten) und Bayerns Zirbes. Foto: sampics/Augenklick

Die Bayern-Basketballer glauben auch nach der zweiten Niederlage gegen Bamberg noch an das Unmögliche. Taylor: "Es ist noch nicht vorbei."

 

München - Für einen kurzen Moment fühlte sich Paul Zipser offenbar in der Zeit um ein Jahr zurückversetzt. "Wir hatten heute viele Chancen auf den Sieg, die wir durch ein, zwei schlechte Entscheidungen nicht nutzen konnten", sagte er nach der knappen 76:80-Heimniederlage der Bayern-Basketballer gegen Bamberg. Zipser sprach von "wir". Der 23-Jährige trägt zwar immer noch ein rotes Trikot mit der Rückennummer 16, allerdings seit Sommer das der Chicago Bulls – und eben nicht mehr das der Bayern. Nach einer beachtlichen Debütsaison in der NBA hatte der Small Forward seine Sommerpause am Donnerstag für einen Kurztrip in die eigene Vergangenheit zu "seinen" Bayern genutzt.

"Dass ich ,wir’ gesagt habe, habe ich gar nicht gemerkt", erklärte Zipser der AZ seinen Freudschen Versprecher: "Es liegen erst ein paar Monate dazwischen. Wenn ich hierher zurückkomme, werde ich immer wissen, wo ich vieles gelernt habe und wo ich gewachsen bin. Das wird immer in meinem Kopf bleiben." Das gilt wohl auch für die 0:3-Halbfinaleniederlage gegen Bamberg, mit der sich Zipser im vergangenen Jahr aus München verabschieden musste.

Seinen ehemaligen Kollegen droht nun erneut das Aus mit dem gleichen unrühmlichen Ergebnis. Sollte Bamberg am Sonntag (17 Uhr) auch das dritte Spiel der Serie gewinnen, wäre der Sweep wieder perfekt. Dass es schwer wird, das bei dem heimstarken Champion zu verhindern, weiß auch Zipser, "aber noch ist nichts verloren". Mit einigen Bayern-Profis ist er nach wie vor in Kontakt, hat unter anderem eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe mit Maximilian Kleber. "Sie schreiben nie etwas ab und werden sich vielleicht noch ein bisschen mehr reinsteigern als heute", macht Zipser den Ex-Teamkollegen Mut.

"Es liegt eine harte Aufgabe vor uns, aber sie ist nicht unmöglich", sagte FCBB-Coach Sasa Djordjevic vor der Mission impossible: "Wir fahren mit dem Messer zwischen den Zähnen nach Bamberg." Dorthin, wo sein Team zum Halbfinalauftakt mit 59:82 ein Debakel erlebt hatte. Die Wiedergutmachung dafür war am Donnerstagabend in München nur knapp gescheitert. Lange führten die Bayern und hatten ihren großen Rivalen am Rande einer Niederlage.

Hoeneß: "Werden auf jeden Fall einen Spielmacher holen"

"Wenn wir mit der gleichen Energie und Leidenschaft am Sonntag spielen, haben wir noch eine Chance", gab sich auch Kapitän Bryce Taylor kämpferisch: "Die Serie ist noch nicht vorbei. Wir wollen mit Stolz auftreten und sie noch einmal zurück nach München bringen." Taylor erinnerte an Bayerns Meistersaison, als Oldenburg die Münchner nach 0:2 doch noch in Spiel fünf zwang. Ein entscheidender Faktor war damals Spielmacher Dru Joyce, der nun für die Bayern spielt und – während der junge Nick Johnson außen vor blieb – in Spiel zwei überzeugte.

"Wir werden auf jeden Fall einen starken Spielmacher holen, der das Heft in der Hand hat", kündigte Uli Hoeneß nach "dem besten Spiel, das ich je hier im Audi Dome gesehen habe", bereits Konsequenzen an. Denn nach dem umkämpften Duell musste der Bayern-Präsident den Bambergern zugestehen: "In der Breite haben sie mehr Klasse."

 

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