Plattform openpetition.de Online-Petition von Dieter Nuhr wurde gesperrt

Das war ja schnell! Die Betreiber der Website onlinepetition.de nahmen nach nur wenigen Stunden den Online-Aufruf gegen Online-Aufrufe von Dieter Nuhr wieder vom Netz. Als Begründung wurden Verstoße gegen die Nutzungsbestimmungen angegeben. Offensichtlich war Dieter Nuhr nicht ernst genug.

 

Berlin - War wohl nichts! Die gestern von Kabarettist Dieter Nuhr (53, "Nuhr unter uns") ins Leben gerufene Online-Petition "Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn" wurde von den Betreibern der Plattform openpetition.de nach nur wenigen Stunden wieder entfernt. Zur Begründung heißt es dort, dass der Aufruf wegen Nichtbeachtung der Nutzungsbedingungen gesperrt wurde. Wahrscheinlich war die Kernforderung von Nuhr zu komödiantisch: Er wollte mit seinem Aufruf nämlich der König des Internets werden.

Allerdings war der tiefere Sinn des Aufrufs ein durchaus ernster: Der digitalen Mobbildung seien laut Nuhr heutzutage keine Grenzen gesetzt. Das führe zu einer Renaissance des Lynchmobs und zeige, wohin es führt, wenn sich anonyme Massen in Bewegung setzen. Kurz vor dem Löschen der Online-Petition gegen Online-Petitionen hatte Nuhr bereits weit über 700 Unterschriften in nur wenigen Stunden gesammelt.

Er sprang damit dem ZDF-Moderator Markus Lanz zur Seite, der sich derzeit nach einem verpatzen Interview mit Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht einer breiten Front an Internet-Aktivismus ausgesetzt sieht. Eine Petition auf derselben Seite brachte es mittlerweile bereits auf über 200.000 Befürworter.

Der Berliner Piratenpolitiker Christopher Lauer hatte schon am Samstag eine Online-Petition gestartet, mit dem sperrigen Titel "Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen wie er will, immerhin ist er ja erwachsen". Bis Montagmittag hatten auch hier ein paar hundert Teilnehmer unterzeichnet.

„Die Lanz-Debatte der vergangenen Tage ist doch etwas grotesk“, begründete Lauer seine Initiative. „Klar muss man Lanz nicht gut finden, aber bitte, Leute, für sowas wurden weder Internet-Petitionen erfunden noch ist es sinnvoll so viel Zeit für so einen Quark draufgehenzulassen.“

Auch Dieter Nuhr äußerte sich nochmal zu seiner gesperrten Online-Petition: „Meine so schön formulierte Onlinepetition wurde aus Gründen freier Meinungsäußerung gesperrt“, schrieb Nuhr auf seiner Facebook-Seite. Mittlerweile hat ein Nutzer eine weitere Petition eröffnet: „Für den Erhalt von Dieter Nuhrs Petition“.
 
 

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