Plakat vor dem Bayerischen Rundfunk Liberalitas bavarica

Vor dem Hochhaus des Bayerischen Rundfunks an der Arnulfstraße steht ein Plakat mit Angriffen gegen den Sender. Foto: RBR

Vor dem Hochhaus des Bayerischen Rundfunks steht ein Plakat mit Angriffen gegen den Sender

 

Maxvorstadt - In den Zeiten von Guerilla-Marketing muss man vorsichtig sein: Vor dem Hochhaus des Bayerischen Rundfunks steht ein Anhänger, der den Sender direkt angreift. Ist das vielleicht eine Werbung für das BR-Magazin „quer“ von Christoph Süß, dem irgendwie alles zuzutrauen ist?

Nein, so unsere Nachforschungen, das nicht. Die auf dem Plakat angezeigte Homepage wirft dem Sender Geldverschwendung und CSU-Verfilzung vor. Naja, schießt einem bei der Lektüre durch den Kopf, wo bleibt da die Neuigkeit? Über die Parteinähe oder -ferne der öffentlich-rechtlichen Sender wird seit Jahrzehnten diskutiert. Wo große Summen umgesetzt werden, wird auch verschwendet. Nur wenn’s zuviel wird, dann wird’s heikel. Aber dafür gibt’s eigentlich den Rechnungshof. Oder die Presse.

Leider schmeckt die Seite viel zu sehr nach Verschwörungstheorie, um zu überzeugen. Der Bayerische Rundfunk, so ist zu erfahren, erhält vom Besitzer des Anhängers seit Jahren eine Vielzahl von Briefen mit sich wiederholenden Fragestellungen, Unterstellungen und Anprangerungen von angeblichen Missständen. Der Sender sei ebenso seit einer gefühlten Ewigkeit bemüht, dem Besitzer des Anhängers die von ihm angesprochenen Sachverhalte immer wieder darzulegen und zu begründen. „Es ist sehr zu bedauern, dass dieses Bemühen nicht zu einer Verständigung führte“, heißt es.

Und lässt der BR den Anhänger nicht abschleppen? Weil wohlweislich nichts draufsteht, was beleidigend oder gerichtlich verwertbar wäre. Gegen Verkehrsregeln verstößt der Halter auch nicht. Das Verfassungsrecht auf freie Meinungsäußerung sei ein sehr hohes Gut, weshalb das Plakat ertragen werden müsse.

 

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