Pläne tatsächlich gestoppt MVV-Tarifreform: 2019 wird's wohl nix

Die große MVV-Tarifreform wird wohl nicht wie geplant Mitte 2019 in Kraft treten können. Foto: dpa/Sven Hoppe

Wegen Söders Plänen für ein 365-Euro-Ticket setzen die Landkreise München und Freising die Abstimmung aus. 

München - Die große MVV-Tarifreform wird wohl nicht wie geplant Mitte 2019 in Kraft treten können. Denn nach den Äußerungen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einem möglichen 365-Euro-Ticket hakt es im Politik-Getriebe.

Um die Automaten rechtzeitig auf die neuen Preise umstellen zu können, müsste die Reform bis Ende Oktober alle politischen Gremien durchlaufen haben. Aus den Landkreisen München und Freising fehlt bislang aber die Zustimmung. Und wie es derzeit aussieht, wird diese auch nicht mehr rechtzeitig kommen.

Aufschub bis mindestens Oktober

Bis Ende Oktober wird es in seinem Haus wohl keine Entscheidung geben, teilt der Freisinger Landrat Josef Hauner (CSU) mit. Und auch der Münchner Kreistag hat eine eigentlich für Mittwoch geplante Abstimmung über die Tarifreform noch einmal verschoben.

Hintergrund ist Söders Gedankenspiel zu einem Jahresticket für 365 Euro. Dieses soll zwar erst um das Jahr 2030 kommen. Natürlich finden die Landräte aus dem Münchner Umland diese Idee aber deutlich attraktiver als eine Reform, die auch einige Härten hat.

Zwar würde von der Reform ein Großteil der Fahrgäste profitieren. Direkt hinter der Stadtgrenze macht der vorgesehene Tarif aber einen massiven Preissprung. Im Münchner Kreistag wurden deshalb schon Forderungen laut, auch den gesamten Landkreis München in die sogenannte M-Zone zu holen.

Unter diesen Voraussetzungen ist es freilich äußerst fraglich, ob da noch eine schnelle Einigung möglich ist.

Im Rathaus will man die Reform auf jeden Fall

Im Münchner Rathaus pocht man allerdings sehr auf die Reform. Denn schon bei den jetzigen Plänen müssen die MVV-Gesellschafter jährlich bis zu 34 Millionen Euro an Defizit ausgleichen. Bei einem 365-Euro-Ticket wäre dieses Defizit noch deutlich höher, heißt es. Das könne man bei der momentanen Lage aber definitiv nicht stemmen.

Söder würde den durch seinen Vorschlag entstandenen Konflikt offenbar gerne schlichten. Am Mittwoch lud er Vertreter von Stadt und Umland jedenfalls zu Gesprächen ein. Diese sollen zeitnah stattfinden – sogar noch vor der Landtagswahl. 

 

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