Plädoyers der Verteidigung "Costa"-Prozess: Baldiges Urteil erwartet

Ab Donnerstag hält die Verteidigung Schettinos ihre Plädoyers. Danach wird das Urteil gefällt. Die Anklage fordert 26 Jahre Haft. Foto: dpa

Über 26 Jahre Haft fordert die Anklage für "Costa Concordia"-Kapitän Schettino. Ab Donnerstag hat in dem Prozess nun die Verteidigung das Wort - bevor das mit Spannung erwartete Urteil fällt.

Rom - Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Prozessbeginn steuert das Verfahren gegen den Kapitän der "Costa Concordia" auf ein Ende zu. An diesem Donnerstag beginnt die Verteidigung des einzigen Angeklagten Francesco Schettino mit ihren Plädoyers, schon für die kommenden Woche wird ein Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft hatte 26 Jahre und drei Monate Haft für Schettino gefordert - aus Sicht der Verteidigung völlig unverständlich und "fast lebenslang".

Insgesamt 32 Menschen kamen ums Leben, als das Kreuzfahrtschiff im Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio auf einen Felsen fuhr und kenterte. Aus Sicht der Anklage trägt Schettino die Hauptschuld, sie will ihn unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ins Gefängnis bringen. Mindestens zwei Tage lang sollen seine Anwälte vor dem Gericht im toskanischen Grosseto nun das Wort haben, bevor dann die Staatsanwaltschaft wieder reagieren darf.

Schettino selbst hatte sein Verhalten in der Unglücksnacht immer wieder zu rechtfertigen versucht: Das Schiff habe er vorzeitig verlassen, weil er in ein Rettungsboot gerutscht sei, die Crew habe seine Anweisungen nicht verstanden, und ihm hätten keine geeigneten Karten zur Verfügung gestanden. Die Anklage warf dem 54-Jährigen in ihrem Plädoyer vor: "Francesco Schettino hat schamlos und wiederholt gelogen. Er hat seine Verantwortung auf andere abgewälzt."

 

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