Pilotprojekt wird fortgesetzt Flüchtlinge und Migranten als U-Bahn- und Busfahrer: "Wir sind stolz wie Bolle"

"Ich liebe München": Salar Osman will Busfahrer werden. Foto: Daniel von Loeper

Einsteigen bitte bei Natalia Naumova und Salar Osman: Die MVG bildet Flüchtlinge und Migranten aus.

München - Es ist eine simple Rechnung: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) braucht viele Fahrerinnen und Fahrer für den wachsenden Mobilitätsbedarf der Stadt. Es suchen viele Geflüchtete mit gesichertem Aufenthaltsstatus und Menschen mit Migrationshintergrund eine Beschäftigung und ein gesichertes Einkommen.

Die MVG, die Stadtwerke (SWM), das Jobcenter und die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft haben da mal zusammengezählt - und bilden Geflüchtete und Migranten zu Fahrerinnen und Fahrern für Bus und Bahn aus.

Das Pilotprojekt 2017 brachte zwei U-Bahnfahrer und fünf Busfahrer. In diesen Tagen startet nun die dritte Runde mit weiteren 20 Teilnehmern, die Praktikums- und Orientierungsphasen sowie Deutschkurse absolvieren.

"Ich liebe München und freue mich schon sehr darauf, die Ausbildung zu machen. Ich mag die Begegnungen mit den Münchnern", sagt Salar Osman (29) aus Syrien.

"Als Kind habe ich schon davon geträumt, U-Bahn-Fahrerin zu werden ", sagt Natalia Naumova, 42, aus Russland. "Es macht mich glücklich, wenn ich eine Bahn steuern kann." Busfahren hasst sie - was etwas unpraktisch ist, da ihr Mann Nikolay für die MVG Bus fährt, aber sie kommen wohl klar: "Wir mögen es beide, viel in der Stadt unterwegs zu sein", sagt Nikolay.

Ziel des langfristig angelegten und bedarfsorientierten Kooperationsprojekts ist die Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis.

"Wir sind stolz wie Bolle", sagt SWM-Personalgeschäftsführer Werner Albrecht. Für Menschen ohne Berliner Migrationshintergrund: Das heißt so viel wie "sehr stolz".

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