Picknick, Eis, Sand, Rodeln, Sport Die besten Tipps für den 72-Stunden-Sommer

Der Sommer zeigt sich heuer ja leider eher selten. Deshalb muss man ihn ausnützen. Was aber nicht heißen soll: Man muss sich hetzen. Deshalb – alles immer ruhig angehen. Foto: dpa

Die schöne Zeit ist heuer kurz, deshalb sollten Sie dieses Wochenende nicht lange fackeln. Die AZ gibt Ihnen Tipps, wie Sie aus dem kurzen Sommer das Meiste herausholen.

 

Wir müssen jetzt alle ganz stark sein, denn das EM-Finale am Sonntag findet ja ohne deutsche Beteiligung statt. Und das wiederum bedeutet: Wir sollten jetzt auch ein bisschen pragmatisch denken – denn dies ist das letzte schöne Wochenende vor einer greisligen Phase.

Jetzt, wo der Fußball wieder eine echte Nebensache geworden ist, kann man also aus den Stunden bis Montagnacht alles rausholen, was der Sommer bisher nur versprochen, aber nie gehalten hat.

Das bedeutet für die kommenden drei Tage: Auf dem Balkon steht am besten schon zum Frühstück unter dem Klapptisch ein aufblasbares Planschbecken, damit die Füße sich allzeit wie im Seeurlaub fühlen, eigentlich sollten sowieso alle Lebensmittel gegrillt werden, damit Kleidung und Haare diesen wunderbar-nervigen Holzkohlegeruch annehmen können, und längere Fahrten zu Zielen fern von München sind jetzt erst einmal weder zeitlich sinnvoll noch notwendig.

Ein wunderbares Sommergefühl kann man sich nämlich auch ohne den obligatorischen Kurztrip nach Rom oder Neapel zusammenbasteln (den hebt man sich lieber auf für ein Wochenende, an dem es hier weniger schön ist). Die AZ-Redaktion hat Anregungen für den Münchner Turbo-Sommer gesammelt – vom Kurzbesuch auf der Sommerrodelbahn bis zur Eisdielen-Welt(stadt)reise.

Das Wichtigste am 72-Stunden-Sommer ist übrigens trotz aller guten Ideen und vielfältigen Angebote: das Ganze so entspannt wie möglich angehen.

Den Sommer errodeln

Erst die schweißtreibende Arbeit, dann das rasante Vergnügen.

Bei der Sommerrodelbahn am Blomberg können Sie Anstregendes mit Spaßigem verbinden – oder auch nur die Abfahrt in Angriff nehmen. Die Bahn ist eine der längsten Europas, die 220 Meter Höhenunterschied, 41 Schikanen und 17 Steilkurven vom Einstieg bin ins Ziel werden je nach Fahrkönnen und Mut rasant oder gemütlich hinter sich gebracht. Den Startpunkt an der Mittelstation erreicht man auf einem gut ausgebauten Wanderweg durch den Wald – oder bequem per Sessellift.

Wer davor noch einen Ausblick ins Alpenvorland genießen möchte, fährt (oder wandert) ganz nach oben und geht dann zum Startpunkt hinunter. Zu erreichen ist die Rodelbahn bequem mit der BOB bis Bad Tölz, von dort mit den RVO-Buslinien 9612 und 9591 direkt bis zur Haltestelle "Blombergbahn". Kostenpunkt: 6 Euro für Auffahrt und Rutschen.

Sonne zum Frühstück

Auf diesen lauschigen Plätzchen schmeckt der Morgenkaffee im Freien besonders gut.

Backspielhaus: Kennt jeder – aber nicht die Filiale in Bogenhausen. Dabei liegt zwischen bunten Sonnenschirmen und Gartenhäuschen der Sommerurlaub so nah. Sonntag ab 8 Uhr (Samstag ab 6.30 Uhr), Weltenburgerstr. 6, Tel  92 87 09 20

Königin 43: Nur einen Steinwurf vom Englischen Garten entfernt liegt das Königin 43, wo man auf der Terrasse im Grünen seinen Cappuccino schlürfen kann. Ab 8 Uhr, Königinstr. 43, Tel 33 12 62

Gartensalon: Ein ruhiger Innenhof im Herzen des Univiertels – mit Brunch am Sonntag. Selbstverständlich nur Eier von glücklichen Hühnern. Sonntag ab 10 Uhr (Samstag ab 9 Uhr), Türkenstraße 90, Tel 2877 86 04.

Endlich Beerenzeit

Pflücken Sie eine Handvoll Erdbeeren auf dem Feld, oder gönnen Sie sich gleich ein Stück fruchtigen Beerenkuchen in einem Münchner Beerencafé. In der Früh gibt's Beerenmüsli, mittags Pizza oder Vollkornfleckerl, dazu Beerencaipi. Nachmittags Erdbeereis. Die Kleinen dürfen selber Stockbrot über dem Feuer backen: Der Teig ist vorbereitet. So schnell geht ein Sommertag vorbei. Beerencafé Lochhausen: an der Kreuzung Purpurweidenweg / Lochhausener Str.; Beerencafé Feldmoching: an der Feldmochinger Str., Ortsausgang Richtung Oberschleißheim; Beerencafé Johanneskirchen an der Kreuzung Savitsstr. / Stegmühlstr.
Täglich ab 10 Uhr, Tel 54 65 00 56

Sand satt

Im Sommer sollte man zwar nicht den Kopf, aber die Füße in den Sand stecken. Hier geht das:

  • Praterstrand
  • Munich Beach Resort (Dachauer Str. 34, Oberschleißheim): Rieselsand direkt an der Olympia-Regattastrecke
  • Vater-Rhein-Brunnen mit dem Great Bavaria Reef
  • Beach38 Grad (Friedensstraße 22c): Ist genauso, wie er heißt: Sand gibt’s am Indoorstrand, Volleyball drinnen und draußen und Cocktails auch.
  • Sandbar am Wiener Platz (im Biergarten des Hofbräukellers, Innere Wiener Straße 19)

Ab ins Zelt

Sparen Sie sich lange Packlisten und das Drama mit Gaskocher und Dosenravioli:

Das Zelt im Garten aufbauen oder die Hängematte auf dem Balkon aufspannen und einfach daheim unter freiem Himmel einschlafen. Plus: Frischer Kaffee und ein sauberes Bad.

Auf Eis-Tour gehen

Jaja, wir kennen sie alle, die Eisdielenklassiker, und man könnte natürlich einfach hingehen, Bällchen bestellen und fertig. Aber es geht ja um Sommerkomprimierung, darum also: eine Eisdielen-Welt(stadt)reise. Lieblingssorte aussuchen, losschlendern und so viele Eisdielen auf dem Weg mitnehmen wie möglich, zum Beispiel von der Bartu-Eismanufaktur nah der Münchner Freiheit (Wilhelmstraße 23) aus die Leopoldstraße runter, einen Schlenker gemacht zum Verrückten Eismacher (Amalienstraße 77) an der Uni, das Ballabeni – bis man drankommt, ist die verrückte Eiswaffel auch schon halbverdaut – mitgenommen (Theresienstraße 46) und fürs Italien-Gefühl gen Westen wandern zur Eiskonditorei Sarcletti (Nymphenburger Str. 155). Lässt sich beliebig variieren.

Feiern auf der Straße

Feiern umringt von beeindruckenden Pflanzen:

Das Sommerfest im Botanischen Garten am Samstag bietet ein Erlebnis vor exotischer Naturkulisse. Im Gewächshaus, in der Winterhalle und unter freiem Himmel locken Live-Musik und Lesungen. Luftballonkünstler, Bastelaktionen und ein Quiz unterhalten die Kinder. Samstag, 13-18 Uhr, Menzinger Str. 65.

Musik gibt’s auch beim Türkenstraßen Open Air. Kulinarisches, Schmuck, Kleidung und Musik kommt von ansässigen Cafés, Restaurants, Designern, Künstlern und Bands. Samstag, 14 - 23 Uhr.

Das Magdalenenfest öffnet am Samstag seine Pforten im Hirschgarten. Die "kleine Dult" lockt mit Marktständen, Fahrgeschäften und Leckereien. 11-22 Uhr.

Sonst noch: Kulturliebhaber kommen bei "Oper für Alle" auf dem Marstallplatz auf ihre Kosten, Bierliebhaber bei der "Langen Nacht der Brauereien" im Giesinger Bräu und Radlfahrer bei der "Münchner Radlnacht". Unterhaltung ist außerdem noch beim Christopher-Street-Day geboten (Sa. und So.).

Sport für Hitzebeständige

Nur im Liegestuhl zu fläzen, ist auf Dauer auch fad – und wenig förderlich für die Fitness. Zugegeben, sportliche Höchstleistung in der prallen Sonne ist genausowenig empfehlenswert, aber es muss ja auch nicht um 12 Uhr mittags sein.

Der städtische Freizeit Sport etwa bietet in den Münchner Parks (Luitpold-, West-, Riemer- und Ostpark) Kurse unterschiedlichster Art. Sonntagmorgens beispielsweise gibt’s im Westpark um 9.30 Uhr Yoga, Samstag und Sonntag jeweils um 18 Uhr verschiedene Sportarten unter fachkundiger Anleitung. Der Eintritt ist frei, nur ein Handtuch und ein Getränk sollten Sie mitbringen.

Ein Sommerklassiker ist zudem (Beach-)Volleyball. Fest installierte Spielfelder hat die Stadt am Lußsee, am Langwieder See und im Michaelibad. Die größte Anlage finden Sie in der Beach-Arena in Freimann (Föhringer Ring 5, U-Bahn Studentenstadt), hier warten (unter anderem) neun Beachvolleyballplätze. Ruhepausen in Strandkörben inklusive. Wer lieber innen sportelt, findet im Beach38 am Ostbahnof sein Glück. Heiß ist’s da aber auch.

Fremde und ungewöhnliche Sportarten gibt’s für Interessierte am Sonntag beim Sportfestival auf dem Königsplatz zu erleben. Von Crossminton über Lach-yoga bis Zirkusartistik, die rund 90 Sportangebote bieten Spaß für jeden Geschmack, jedes Alter und jede Konditionsstärke.

Ausgefuchst

Einen Fuchs oder einen Waschbär im Wald erspähen, einem Reh einmal vorsichtig übers Fell streicheln – das ist ein tolles Erlebnis, nicht nur für Kinder.

Im Wildpark Poing kann man den Tieren ganz nahe kommen – die meisten laufen frei herum. Große Spielplätze sorgen dafür, dass es garantiert nicht langweilig wird – und die Eltern auch mal entspannen können. Osterfeldweg 20 in 85586 Poing, täglich ab 9 Uhr, Erwachsene 8,50 € / Kinder bis 14 Jahre 5 €, Tel 08121 80617

Wir machen's selber

Eis am Stiel lässt sich ganz einfach, schnell und unkompliziert selber herstellen.

Für Joghurt-Erdbeer-Eis brauchen Sie 500 Gramm Naturjoghurt, 250 Gramm Erdbeeren, 1 EL Honig, etwas geriebene Zitronenschale. Alle Zutaten pürieren. Anschließend in kleine Plastikbecher oder eine Eisform für Eis am Stiel füllen.
Den Stiel mittig in die Förmchen stecken und im Eisfach 3-4 Stunden oder besser noch über Nacht einfrieren. Geht natürlich mit jedem beliebigen Obst, die Förmchen gibt’s im Supermarkt.

Frisch-fruchtige
Sommerlimonade mit Maracuja – einfach vorzubereiten und immer eine spritzige Erfrischung.

Maracuja-Spritz
Trinkgläser mit Eiswürfeln füllen. 300 ml Maracuja-Nektar, 200 ml Ananassaft, 150 ml Orangensaft und 2 EL Limettensaft verrühren. In die eisgekühlten Gläser füllen, mit Mineralwasser aufgießen und mit frischer Minze garnieren.

Länger im Biergarten sitzen

Für den Turbo-Sommer ist es auch eine zeitsparende Alternative, sich mit Brotzeit einzudecken, statt sich stundenlang an den Grill zu stellen. Blöd, dass bei den meisten Biergärten schon um elf die Lichter ausgehen. Hier ein paar Gärten, die länger aufhaben:

  • Wirtshaus zum Isartal (bei Nachfrage bis 3 Uhr)
  • Augustiner (Dom): 0 Uhr
  • Augustiner Schützengarten: 0 Uhr (Zielstattstraße 6)
  • Feldmochinger Hof: 0 Uhr (Feldmochinger Str. 389)
  • Hofbräukeller am Wiener Platz: 0 Uhr (Innere Wiener Straße 19)
  • Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz: 0 Uhr (Nymphenburger Str. 2)
  • Alter Wirt Ramersdorf: 0 Uhr (Aribonenstr. 6)
  • Asam-Schlössl-Garten: 0 Uhr (Maria-Einsiedel-Str. 45)
  • Chinesischer Turm: 0 Uhr
  • Hirschgarten: 0 Uhr
  • Augustiner-Keller: 1 Uhr
  • Biergarten Muffathalle: 1 Uhr
  • St. Emmeramsmühle: 1 Uhr (St. Emmeram 41)
  • Brauhaus zur dicken Sophie: 1 Uhr (Johanneskirchner Str. 146)
  • Seehaus im Englischen Garten: 1 Uhr
  • Harlachinger Einkehr: 1 Uhr (Karolinger Allee 34)
  • Wirtshaus zum Straubinger: 1 Uhr (Blumenstraße 5)
  • Paulaner am Nockherberg: 1 Uhr (Hochstr. 77)

Draußen schmausen

Freunde, Bekannte und Verwandte einsammeln, eine große Decke ausbreiten und darauf die mitgebrachten Schätze präsentieren – unsere fünf schönsten Picknickplätze:

  • Nymphenburger Park: Fürstlich speisen am Schloss. Tipp: Feldsalat mit Wachtelei
  • Asiatische Pagode im Westpark: Für ein Picknick mit exotischem Ausblick – dazu passend: Frühlingsrollen.
  • Maximiliansanlagen an der Isar: Zwischen Friedensengel und Maximilianeum geht es lauschig zu – denken Sie an luftiges Mousse au Chocolat.
  • Luitpoldpark: Grüne Oase mit Schwimmbad ums Eck. Wiener dürfen nicht fehlen.
  • Bavaria: Zu ihren Füßen sitzend mit Blick aufs Treiben der Stadt. Mit dabei: Wassermelone.

Kino statt heimischer Couch

Diese Filme gibt's Open Air.

Samstag:
Viehhof: Eddie the Eagle (20.30 Uhr)
Kino, Mond & Sterne: The Rocky Horror Picture Show, OV (21.15 Uhr)
Kino am Olympiasee: keine Vorstellung

Sonntag:
Viehhof: Deadpool (20.30 Uhr)
Kino, Mond & Sterne: Ich bin dann mal weg (21.15 Uhr)
Kino am Olympiasee: 10 Cloverfield Lane, OV (21.15 Uhr)

 

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