Pflanzen für Garten und Haus Es wird wärmer – das sind die Blumentrends für 2016

Nicht mehr lange und das Maiglöckchen strahlt wieder in deutschen Landschaftsgärten. Foto: wacpan – 53087854 / Shutterstock.com

Rot, Blau und Pink und wenn nötig, dann gerne auch alles zusammen. Es wird schriller in der Garten- und Blumenwelt. Nachdem die weltberühmte Pflanzenmesse IPM in Essen zu Ende gegangen ist, wissen Blumenfans auf dem gesamten Globus, was dieses Jahr unbedingt angepflanzt werden muss, um im Trend zu liegen.

 

München - Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang beginnt für die meisten Menschen sodann die eigentliche Gartensaison. Und wer keinen eigenen Garten besitzt, der macht sich eben an die Gestaltung seines Balkons und kann nicht nur etwas für das ästhetische Gesamtbild unternehmen, sondern darf sich auch auf Nutzpflanzen für den praktischen Eigengebrauch freuen.

 

Die ersten Farben des Jahres

Kurioserweise stammt der Begriff der „Frühlingsblume“ gar nicht aus der Botanik, wird im allgemeinen Sprachgebrauch aber für alle Pflanzen und Blumen verwendet, die pünktlich zum Frühjahr in der Blüte stehen. Von Blausternen bis zur Tulpe ist auf die Botanik nämlich Verlass, sogar so sehr, dass sich der eigentliche Frühlingsbeginn auch phänologisch, also am Entwicklungsstand der Pflanzen, ablesen lässt.

Sogenannte „spring flowers“ gelten als Frühlingsboten und künden die etwas mildere Jahreszeit an. Ins Auge fallen Frühlingsblumen sofort, denn bereits zu Beginn des Jahres durchleuchten sie Gärten mit einer nach den tristen Wintermonaten bereits vergessenen Farbenpracht. Wenn andere Pflanzen noch tief im Winterschlaf verweilen, bringen Frühlingspflanzen kunterbuntes Farbenspiel in ergraute Landschaftsgärten.


 Trends für Garten und zu Hause 2016.                                        Infografik: abendzeitung-muenchen.de

„Ab wann Frühlingsblumen beginnen zu blühen, hängt unter anderem mit dem Frühlingsverlauf zusammen. Die Eisheiligen beenden die kurze Blütezeit vieler Frühlingsblumen oftmals sehr rasch“, erklärt ein Fachmann von FloraPrima, meint aber auch: „Auf die Blumentrends zu Ostern muss aber in der Regel nie verzichtet werden. Osterglocken, Passionsblumen oder Tulpen können entweder in freier Natur gepflückt oder im nächsten Blumenladen gekauft werden.“

Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass sich Frühlingsblumen mitunter Zeit lassen, bis sie vollständig erblühen. Klassisch werden unter Frühlingsblumen alle Blütenpflanzen zusammengefasst, die ab März, aber spätestens im Mai in der Blütezeit stehen. Viele Frühlingsblütler sind unter anderem als Duftpflanzen bekannt. Sie versprühen ihr ganz eigenes Aroma-Gen, das nicht nur den menschlichen Geruchssinn betört, sondern auch zahlreiche Insekten zur Bestäubung anlockt und der Gartenlandschaft auf diese Weise tierische Vitalität einhaucht – übrigens ebenfalls ein Trend für die Gestaltung des heimischen Gartens 2016.

 

Typische Frühlingsblumen in der Übersicht

Beginn Blüte Pflanze Wissensch. Bezeichnung Beschreibung
März Blaustern Scilla Den Blaustern findet man überall auf der Welt, der eigentlich zu den Spargelgewächsen zählt. Sein charakteristisches Merkmal ist die sternenförmige Blüte, die in einem tiefen Blau erscheint.
März Duftveilchen Viola adorata Das „Märzveilchen“ mit seinen violetten Blütenblättern zählt zu den beliebtesten Frühlingspflanzen überhaupt.
März Gänseblümchen Bellis perennis Wer kennt sie nicht, die Gänseblümchen? Sie gelten als die typischen Osterpflanzen und zählen zur Familie der Korbblütler.
März Gelbe Narzissen Narcissus pseudonarcissus Die „Osterglocke“ ist wahrscheinlich die bekannteste Narzissenart und vor allem in Österreich sehr beliebt. Ihr gelber Trompetenkopf lässt die Gelbe Narzisse bereits von weitem erkennen.
März Tulpen Tulipa Das Liliengewächs mit über 150 unterschiedlichen Arten ist eine der vielseitigsten Pflanzen überhaupt. Vor allem in Parks werden Hybriden gerne als Zierpflanze eingesetzt
April Gewöhnlicher Löwenzahn Taraxacum sect. Ruderalia Die wahrscheinlich beliebteste Blume von Kindern ist der umgangssprachlich als „Pusteblume“ bezeichnete Gewöhnliche Löwenzahn.
April Weiße Narzisse Narcissus poeticus Das Amaryllisgewächs wird gerne auch als Dichter-Pflanze bezeichnet, was angesichts ihrer zurückhaltenden Ästhetik samt ihrer weißen und dezent gehaltenen Blüten kaum verwundern mag.
April Feder-Nelke Dianthus plumarius Optisch fast ein wenig kitschig, erblüht das Nelkengewächs entweder mit weißen oder rot-violetten Blüten.
April Steinkraut Alyssum Das Steinkraut zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse und trägt entweder weiße oder gelbe Blüten aus.
April Garten-Stiefmütterchen Viola wittrockiana Wenn eine Blume nicht fehlen darf, dann natürlich das Garten-Stiefmütterchen, die womöglich am häufigsten in Privatgärten anzutreffende Pflanze. Das Veilchengewächs samt ihrer vielfältigen Kulturformen kann in schier unendlich vielen Farbkombinationen erstrahlen.
Mai Maiglöckchen Convallaria majalis Ohne Frage, das Maiglöckchen ist die bekannteste Maipflanze überhaupt, jedoch auch nicht ganz ungefährlich. Nicht zufällig wurde das Spargelgewächs zur Giftpflanze des Jahres 2014 gewählt.
Mai Türkischer Mohn Papaver orientale Das Mohngewächs ist hierzulande weniger häufig anzutreffen, da der orientalische Mohn vordergründig im Iran und der Ost-Türkei beheimatet ist, dennoch aber weltweit als Zierpflanze zum Einsatz gelangt.
Mai Gemeine Pfingstrose Paeonia officinalis Dieses Pfingstrosengewächs mit dem etwas eigenwilligen Namen kann in unterschiedlichen Farbspektren erscheinen und ist aus diesem Grunde eine der beliebtesten Maipflanzen.
Mai Vergissmeinnicht Myosotis Die Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse trägt blau-violette, gelbe, rosa oder weiße Blüten aus. 14 Arten sind in Deutschland bekannt. Übrigens erfolgt der Namentransfer der Pflanze auch in andere Sprachen. „Forget-me-not“ nennt sich das Vergissmeinnicht im Englischen.
Mai Zierlauch Allium spec. Für einen besonders farbenfrohen Akzent im Garten sorgt der Zierlauch, der mit seinen intensiv leuchtenden Blütenkugeln stets ein Hingucker ist.

 

Das wird in diesem Jahr gepflanzt

2016 steht in der Botanik ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und biologischem Gärtnern, beispielsweise beim Kauf von Blumenerde. Bis vor kurzer Zeit wurde zur Herstellung des Nährbodens nämlich hauptsächlich Torf aus Mooren verwendet. Dies aber bringt das ökologische Gleichgewicht durcheinander und setzt besonders klimaschädliches Kohlenstoffdioxid frei. Doch leider können die meisten Pflanzen ohne qualitativ hochwertige Erde nicht überleben.

Als echte Alternative hat sich mittlerweile Bio-Erde mit Mykorrhiza-Pilzen etabliert. Der Pilz geht mit Pflanzen eine symbiotische Nährstoffbeziehung ein, sodass diese kaum noch gedüngt werden müssen.


 Farbenfrohe Bepflanzung auf dem heimischen Balkon.       Foto: dimbar76 – 237212110 / Shutterstock.com

Was am Ende allerdings im Blumentopf auf dem Balkon oder im heimischen Garten angepflanzt wird, das kann 2016 sehr unterschiedlich aussehen. Die Internationale Pflanzenmesse für Exporteure, Großhändler und Züchter, die IPM, zeigte Anfang 2016 bereits, was in diesem Jahr im Trend liegt: Farbe. Über 57.000 Besucher strömten im Januar nach Essen und begutachteten die Pflanzenkreationen von knapp 1.600 Ausstellern aus fast 50 Ländern. Für Pflanzenkundige besonders interessant: 76 Pflanzenneuheiten wurden der Öffentlichkeit auf der IPM vorgestellt.

 

Die Blumen- und Pflanzentrends 2016

- Für Topf und Kübel steht in diesem Jahr die bunte Farbenpracht im Vordergrund, die gleich mit ebenso vielseitigen Bezeichnungen daherkommt. „Hot Spot Coral“ oder „Toscana Villetta MixMasters“ und „Confetti“ hießen die Pflanzenkombinationen, die sowohl für schattige Plätzchen als auch den Sommerbalkon als fertige Blumenzusammenstellung offeriert werden.

- Für Fensterbänke liegen 2016 Nutzpflanzen im Trend. Von Gemüse bis zu Kräutern und Obst darf so ziemlich alles in die heimischen vier Wände gebracht werden. Dabei liegt der Fokus auf einer thematisch passenden Zusammenstellung. Die IPM zeigte beispielsweise „Pizza“- oder „Barbecue“-Töpfe, die mit Rosmarin, Oregano, Lavendel und Thymian alle wichtigen Gewürze für schmackhafte Zubereitungen bereithielten und ganz nebenbei auch optisch einiges hermachten.

- Was den Garten anbelangt, wird sich auf mehr Natürlichkeit rückbesonnen. Wenig üppig, dafür einfach und dezent gestaltet sich der Trend-Garten 2016. Der Garten wird wieder zur Wohlfühl-Wiese und lockt aufgrund des wenig hochgezüchteten Pflanzenbestands mehr Insekten und kleinere Flugtiere an, was das neuerdings im Trend liegende Imkern besonders fördert.

Eine Pflanze rückte unter den zahlreichen Besuchern der Pflanzenmesse übrigens besonders in den Vordergrund: eine Neuzüchtung aus der Gattung der Alpenveilchen. Das als „Outsider“ bezeichnete Gewächs steht von August bis Dezember in Blüte und trotzt sogar leichtem Nachtfrost. Ganz dem farbenfrohen Trend folgend, ist die Blume in fünf unterschiedlichen Farben erhältlich.

 

0 Kommentare