Persönlicher Parkplatz Porschefahrer malt sich Halteverbot vor Haus

Und so sah's davor aus... Foto: Daniel von Loeper

Wer vor dem Haus in der Preysingstraße parkt, wird vom Eigentümer mit selbstgemachten Zetteln verwarnt. Das ist – natürlich – illegal. Jetzt hat sich die Stadt eingeschaltet

 

Haidhausen - Die Sperrzone ist zwei Meter breit. Drei Meter lang. Und blendend weiß. Sie hat etwas von einem großen Teppich, doch hier soll niemand drüber laufen – oder gar parken. Das weiße Rechteck mit dem roten Kreuz in der Mitte ist eine Halteverbotszone. Allerdings eine ganz spezielle.

Seit etwa zwei Monaten verwirrt die Haidhauser Halteverbotszone die Menschen in der Preysingstraße. Die No-Go-Area liegt vor der Einfahrt der Hausnummer 35, und laut den Anwohnern hat der Hauseigentümer sie auf die Straße pinseln lassen. Vor etwa zwei Monaten bereits.

Kann das sein?, fragen sich viele. Schließlich ist das ja öffentlicher Grund. Einen Sinn habe das Flächen-Verbot auch nicht: „Im Hof des Hauses ist nur ein Mini-Garten“, sagt ein Bewohner des Hauses, der nicht genannt werden will. Autos parkten dort gar nicht. Wer das Verbot missachtet, werde umgehend verwarnt – mit Hilfe vorgedruckter Zettel, die der Eigentümer an die Windschutzscheibe hefte. Auf denen seien Datum, Uhrzeit, Kennzeichen und gar Wagenfarbe notiert – und die drohenden juristischen Konsequenzen, falls man den Wagen nicht sofort entferne.

Der Bewohner glaubt: Hier hat sich der Eigentümer, ein Immo-Projekt-Entwickler, seinen eigenen Privat-Parkplatz aufgemalt. „Manchmal parkt er mit seinem Porsche drauf.“ Der Mann hat das Objekt im Jahr 2011 über sein Unternehmen gekauft und daraufhin komplett saniert und aufgestockt. Ist der weiße Parkplatz das letzte Zuckerl für den Hausherrn? Und: Muss sich Haidhausen bald auf weitere Privat-Plätze dieser Art einstellen?

Garantiert nicht. Laut Daniela Schlegel vom Kreisverwaltungsreferat ist ein solches Halteverbot nicht erlaubt: „Anordnungen im Verkehr dürfen nur von der entsprechenden Behörde verfügt werden“, meint die KVR-Sprecherin auf AZ-Anfrage. Genauer: „Sie dürfen sich nicht ihre eigene Verkehrsanordnung auf den Boden pinseln.“

Der Eigentümer sieht das aber offenbar anders. Die Abendzeitung will wissen, ob der sich mit dem selbstgemachten Halteverbot wirklich einen Privatparkplatz sichern wollte. Am Telefon gibt sich der Chef der Immo-Firma genervt: Er wolle „kein Interview und keine Auskunft“ zu dem Thema geben, Bitte, Danke, Wiederhören.

Auch das Baureferat hatte bei dem Eigentümer noch kein Glück. Die Behörde will, dass das aufgemalte Zeichen wieder entfernt wird. „Unsere Mitarbeiter waren vor Ort und haben auch versucht, den Eigentümer zu sprechen“, sagt Sprecher Florian Illing. „Leider haben sie ihn aber nicht angetroffen.“

Doch der Hausherr kommt nicht aus. Das Baureferat hat ihm jetzt eine Mahnung geschickt: Er soll das Zeichen umgehend und ohne Rückstände entfernen lassen. „Wir werden das überprüfen“, sagt Florian Illing. Falls das Zeichen nicht entfernt wird, droht eine Geldstrafe.

 Lesen Sie hier, wie es mit der Park-Posse weitergeht!

 

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