Pep Guardiolas defensives Mittelfeld AZ-Check: Bayern hat zu viel Sechs

Sebastian Rode, Philipp Lahm, Thiago, Xabi Alonso (v.l.) tummeln sich alle im defensiven Mittelfeld. Foto: imago

Teil drei des Teamchecks des FC Bayern. Heute: das defensive Mittelfeld. Guardiolas Dilemma: (zu) viele Stars für wenig Positionen.

 

München - Wohl in keiner anderen Region des Bayern-Teams tummeln sich so viele Stars auf einer Position wie dem sogenannten Sechser. In dieser Spielzeit rotierten sie sich meist durch Verletzungen aus der Mannschaft.

Das wird sich ändern und Pep Guardiola vor harte Entscheidungen stellen.

Die AZ checkt das defensive Mittelfeld:

Bastian Schweinsteiger

Nach dem WM-Triumph verpasste der Held von Rio große Teile der Hinrunde aufgrund von Knieproblemen. „Meine Nase sagt mir, er wird super spielen“, unkte Pep Guardiola vor der Rückrunde – Schweinsteigers beste wurde es nicht. Wenn er fit war, übernahm er meist den offensiveren Part in der Zentrale, seine Wunschposition dahinter besetzte Alonso. 500. Pflichtspiel, 44. Tor und die achte Meisterschaft feierte er heuer mit dem FC Bayern. Ob er den 2016 auslaufenden Vertrag verlängert oder andere (USA-)Pläne hat? Wer weiß.

Philipp Lahm

Auch er verpasste die halbe Saison, kehrte nach dem Knöchelbruch im März zurück. Aufgrund des Überangebots im Zentrum und des Robben-Ausfalls betraute Pep seinen „intelligentesten Spieler“ bisweilen mit der rechten Außenbahn. Im Rückspiel gegen Barça hatte er die wenigsten Ballkontakte (35). Ob er als Rechtsverteidiger mehr hätte ausrichten können? Im Pokal gegen Dortmund mit einem Elfer-Ausrutscher.

Xabi Alonso

Der Welt- und Europameister überzeugte vor allem direkt nach seinem Wechsel von Real Madrid nach München. In der Hinrunde war er Bayerns Ballmagnet und -Verteiler, stellte mit 206 Kontakten gegen Köln einen Rekord auf. In der Rückrunde hatte der 33-Jährige auch schwächere Auftritte, leistete sich beim 1:3 in Porto spielentscheidende Fehler. Zwischendurch glänzte er, wie im Porto-Rückspiel, als Freistoßkünstler. Auch sein Vertrag läuft 2016 aus. Stellte Lahms Elfer-Ausrutscher gegen den BVB detailgetreu nach.

Sebastian Rode

Guardiola bezeichnete ihn mal als seinen Lieblingsspieler und kürzlich als „Kapitän der Reserve“. Der Frankfurt-Zugang kam mehr zum Einsatz, als viele ihm zugetraut hatten, schoss sogar drei Tore. „Bei ihm müssen sich die Grashalme in acht nehmen, dass sie nicht verschmoren. Der brennt auf dem Platz!“, sagt Thomas Müller. Bayerns Back-up Nummer eins. Einzig das Experiment als Rechtsverteidiger scheiterte.

 

Gianluca Gaudino

„In diesem Alter kannst du nicht besser spielen“, lautete Guardiolas Urteil über den 18-Jährigen. Technisch stark, frech, selbstbewusst, gutes Auge und Passspiel: das ist genau nach dem Geschmack des Trainers. Bekam am Saisonende mehr Einsatzzeit bei den Profis und kommt immerhin auf elf Pflichtspiele, inklusive Champions-League-Debüt. Einer für die Zukunft.

David Alaba

Der Österreicher drängt ins Mittelfeldzentrum. Dumm nur, dass er auch zu den besten Linksverteidigern der Welt gehört und dort Franck Ribérys Traumpartner ist. Mit ihm fehlte Guardiola eine Waffe gegen Messi, Neymar und Suarez. Seit dieser Saison zudem Bayerns Freistoßminister.

Thiago

In der Hinrunde verletzte er sich kurz vor dem Comeback erneut am Knie, kehrte erst im April zurück – und war sofort der Fixpunkt im Bayern-Spiel. „Er gibt unserer Mannschaft einen Schuss zusätzliche Qualität“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Thiago übernahm Verantwortung und verwandelte im Pokal gegen Leverkusen den entscheidenden Elfer. Gegen seinen Ex-Klub Barca hatte auch er sich wohl mehr vorgenommen.

Javi Martinez

Unter Jupp Heynckes bildete der 40-Millionen-Euro-Zugang mit Schweinsteiger als Sechser das Herzstück der Triple-Mannschaft. Guardiola plant ihn auch in der Abwehr mit ein. Nach seinem Kreuzbandriss feierte der Spanier heuer immerhin noch sein Comeback und ist nun wieder eine echte Alternative – wo auch immer.

 

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