Pentling Papsthaus wird nach Ostern behutsam saniert

Papst Benedikt XVI. (r.) geht mit seinem Bruder Georg Ratzinger durch den Garten seines ehemaligen Wohnhauses in Pentling bei Regensburg (Foto vom 13.09.06). Foto: dapd

Im Garten blühen Narzissen und Vergissmeinnicht. Die Rollläden sind heruntergelassen. Bald aber soll wieder Leben einkehren in das kleine Haus an der Bergstraße in Pentling.

 

Pentling -  Die Schaffung einer Dokumentations- und Begegnungsstätte im ehemaligen Wohnhaus Joseph Ratzingers, dem heutigen Papst Benedikt, im Regensburger Vorort Pentling nimmt konkrete Formen an. Bereits nach Ostern soll mit einer behutsamen Sanierung des Hauses begonnen werden.

Dabei soll das Haus, das der Theologieprofessor Ratzinger bis zu seiner Berufung zum Erzbischof von München im Jahr 1977 bewohnte, in seinen „Ursprungszustand“ gebracht werden. So schwebt es Rudolf Voderholzer vom Vorstand der Stiftung Papst Benedikt vor.

„Man soll hier dem Leben der Familie Ratzinger und dem Arbeitsort des Professors begegnen können“, beschreibt Voderholzer sein Ansinnen. Unter anderem ist geplant, das frühere Arbeitszimmer des Theologieprofessors wieder originalgetreu einzurichten – mit seinen Büchern und seinem Mobiliar.

„Dies ist der Ort, an dem Joseph Ratzinger den Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Laufbahn erlebte“, sagt Voderholzer zur Begründung. In der künftigen Begegnungsstätte sollen auch Ratzingers 1991 verstorbener Schwester Maria und seinem drei Jahre älteren Bruder Georg, dem ehemaligen Regensburger Domkapellmeister, eigene Räume gewidmet werden. Das frühere Speisezimmer im Erdgeschoss des Hauses soll in einen Konferenzraum umgewandelt werden.

Ratzinger kam 1970 nach Pentling

Ratzinger war 1969 einem Ruf an die Universität Regensburg gefolgt. Seit 1970 bewohnte er gemeinsam mit seiner Schwester das damals neu errichtete, etwa 150 Quadratmeter große Haus am Regensburger Stadtrand, nur wenige Hundert Meter Luftlinie vom Campus der Universität entfernt.

Nach seiner Berufung zum Erzbischof von München im Jahr 1977 nutzte er das Haus nur noch bei seinen gelegentlichen Regensburg-Aufenthalten. Zum letzten Mal betrat er das Haus im Jahr 2006 – als Papst, bei seinem Besuch in Bayern. Vor eineinhalb Jahren dann übergab Bruder Georg Ratzinger die Hausschlüssel an die Benedikt-Stiftung.

Bei den jetzt anstehenden Sanierungsarbeiten geht es vor allem um Instandsetzungsarbeiten, die bei jedem Haus nach 40 Jahren gemacht werden müssten, wie Voderholzer betont. Geplant ist eine Wärmedämmung, außerdem sollen Leitungen, Böden und Fenster überholt werden.

Damit Platz ist für die Arbeiter, wurde das Haus in den vergangenen Monaten ausgeräumt. Bücher und Mobiliar sind in der Regensburger Innenstadt zwischengelagert – in den Räumen des Instituts Papst Benedikt, dessen Direktor Voderholzer ist, und das die Herausgabe der gesammelten Schriften des Theologen Joseph Ratzinger organisiert.

Die Arbeiten in Pentling dauern voraussichtlich bis Juli. Nach der Renovierung soll das Papsthaus dann auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Allzu große Besuchergruppen werde man jedoch nicht empfangen können. „Dafür ist das Haus einfach zu klein“, schränkt Voderholzer ein.

Für interessierte Gruppen „in begrenzter Anzahl“ aber will die Stiftung das Haus öffnen. „Für große Gruppen werden wir gegebenenfalls eine virtuelle Führung anbieten oder andere technische Lösungen finden“, sagt Voderholzer.

 

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