Pedalhelden Seit 15 Jahren auf Achse: Happy Birthday, Rikscha!

Am Stachus: Dominic Staat mit zwei Rikscha-Fahrgästen. Foto: Tim Wessling

Der Anfang war hart: Dominic Staat (44) ist 1997 der Erste – inzwischen gondeln 80 Rikschas durch die Stadt.

 

München - Es ist Sommer 1997. Dominic Staat (heute 44) hat gerade sein Pharmaziestudium in Regensburg abgeschlossen und zieht nach München. Im Gepäck hat er seine neu gekaufte Rikscha für etwa 3000 Mark. Damit will er jetzt Geld verdienen und stellt sich an den Marienplatz.

Staat wartet auf die ersten Fahrgäste. Aber erst mal tut sich – nichts. Die Leute starren, steigen aber nicht ein. „Darf man da jetzt einsteigen?”, fragen die Passanten. „Ja, dürfen Sie”, antwortet Staat. „Aber das ist doch anstrengend!”. „Das ist mein Job”, sagt Staat. Einer der ersten, der sich traut, ist OB Christian Ude. Er lässt sich in Staats Rikscha vom Kaiserplatz zum Rathaus kutschieren.
Aus dem Einzelkämpfer Staat wurde schnell ein Trendsetter. Ein Jahr nach seiner ersten Fahrt hatte er schon zehn Mitstreiter – und zur Bundesgartenschau 2005 wurden es 50. Heute radeln knapp 80 Rikschas durch die Straßen, 50 davon in Staats Auftrag. Für sie hat er sogar einen (inoffiziellen) Rikscha-Führerschein eingeführt. Getestet wird Stadtwissen und Können am Lenker.

Eine Rikscha-Fahrt ist eben etwas Besonderes. Staats Lieblingsgeschichte ist die Fahrt zu einem Heiratsantrag: „Ich holte die Dame zu Hause ab und sollte sie zum Amphitheater im Englischen Garten bringen.” Doch der damals 30-Jährige verirrte sich und kurvte quälend lange über die Schotterwege. „Am Ende habe ich es aber doch gefunden und die Dame wurde von einem Meer aus Kerzen überrascht”, erzählt Staat.
Und heute? Staat ist bekannt für die verrücktesten Bikes der Staat. Mit seiner Firma „Pedalhelden” vermietet er 10er Tandems, Konferenz-Fahrräder und E-Bikes.
Rikscha fährt er auch noch selbst – aber nur noch zu besonderen Anlässen.

 

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