Party in der Feilitzschstraße "Posterkönig" Roucka feiert 50. Jubiläum

Wolfgang Roucka ist seit 50 Jahren eine Schwabinger Kulturinstanz. Hier eine Auswahl seiner Bilder... Foto: Studio-Galerie Roucka

Wolfgang Roucka ist nicht nur Fotograf – er ist auch Kulturstifter und Schwabinger Urgestein. Heute feiert seine Galerie ihren 50. Geburtstag.

 

Schwabing - Der 73-jährige Fotograf Wolfgang Roucka ist Gründer des legendären Schwabinger Postershops. Seit 1964 führt er die Studio-Galerie Roucka.

AZ: Herr Roucka, seit 1964 schreiben Sie als „Mister Schwabing“ Fotogeschichte in München und darüber hinaus. Was würden Sie eigentlich machen, wenn sie nicht Fotograf geworden wären?

WOLFGANG ROUCKA: Das kann ich Ihnen in 0,1 Sekunden beantworten: Gar nix! Für mich gab es seit dem Pfadfinderalter nur das Fotografieren. Damals sollte ich eine Stelle beim Postamt antreten. Ich ging aber einfach gegenüber in den Fotoladen und habe mich dort um einen Ausbildungsplatz beworben. Seitdem ist Fotografieren mein Beruf. Ich nenne das: Berufung aus Leidenschaft — und die ist heute noch genauso vorhanden wie am ersten Tag.

Am Freitagabend schmeißen Sie in der Feilitzschstraße eine Party zum 50. Jubiläum der Studio-Galerie Roucka.

Das wird der Wahnsinn! Los geht’s um 19 Uhr. Es haben sich rund 150 Gäste angemeldet. Da wird einiges los sein, obwohl gleichzeitig der Filserball stattfindet. Sogar die Schwabinger Gisela (85, d. Red.) wird kommen und singen, wenn ich die Auszeichnung „Schwabinger Laterne“ an OB Christian Ude und seine Frau überreiche. Bei der Ehrung ist auch eine kleine Überraschung geplant. Es wird auf jeden Fall ein Spaß.

Sie haben auf ihrer Homepage zum Jubiläum 45 Bilder zum Download bereitgestellt. Sind das also Ihre Lieblingsfotos?

Ich habe das ganz willkürlich zusammengestellt. Als ich die Bilder rausgesucht habe, war ich allerdings selbst erstaunt, was ich in den 50 Jahren alles geschaffen habe. Es ist eine Auswahl von einem halben Jahrhundert Fotogeschichte.

An welches Bild erinnern Sie sich besonders gern?

Vielleicht an das große Bild in der Wohnung von Udo Jürgens. Der kam damals Mitte der Sechziger zu mir und sagte: „Meine Bude ist so ein langweiliger Schlauch. Kannst du mir da nicht was machen, dass da ein bissl Leben reinkommt?“ Dann habe ich ihm ein riesiges Panoramabild, aufgenommen vom Monopteros aus, angefertigt. Seine Wohnung wirkte danach gleich viel freundlicher.

Welche Projekte wollen Sie in der Zukunft angehen?

Ich gehe wieder verstärkt zurück zu meinen Wurzeln, dem Großbild. Wie in den Sechzigern haben die jungen Leute heute auch nur kleine Wohnungen, weil die Mieten so hoch sind. Da sind die großen Poster — egal ob auf Papier, Holz, Metal oder Glas wieder topmodern. Übrigens: Bei mir kostet ein Quadratmeter Bild noch unter fünf Euro. Da könnten sich Vermieter mal eine Scheibe abschneiden.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading