Party im Löwenbräukeller Wiesnzelt am Stiglmaierplatz: Neuer Wirt, neue Après-Wiesn

, aktualisiert am 18.09.2018 - 23:17 Uhr
Viel zu erzählen gab's für die Veranstalter Ludwig Reinbold und Philip Greffenius (hinten). Foto: Schneider-Press

Wiesnparty mit Tradition: Veranstalter Philip Greffenius und Löwenbräukeller-Wirt Ludwig Reinbold erklären, was in diesem Jahr im "Wiesnzelt" geboten ist

Mittlerweile ist es ein fester Bestandteil des Oktoberfestkalenders: das "Wiesnzelt" am Stiglmaierplatz. Wer keinen Platz mehr auf der echten Wiesn bekommt, wem das Gewusel auf der Theresienwiese zu viel ist – oder wer danach noch weiter feiern möchte – , der geht einfach in den Löwenbräukeller.

Seit mittlerweile elf Jahren können Oktoberfest-Fans im "Wiesnzelt" am Stiglmaierplatz feiern. Dieses Jahr steigt die beliebte Wiesn-Party vom 21. September bis zum 06. Oktober. Veranstalter Philipp Greffenius richtet das "Wiesnzelt" erstmals mit dem neuen Wirt des Löwenbräukellers, Ludwig Reinbold, aus.

Seit Wirte-Familie Reinbold die Münchner Traditionswirtschaft im April gekauft hat, hat sich dort einiges geändert. Was alles neu ist, erklären die beiden "Wiesnzelt"-Veranstalter Philip Greffenius und Ludwig Reinbold im Interview.

AZ: Herr Reinbold, als Sie im April den Löwenbräukeller übernommen haben, haben Sie einige Veränderungen angekündigt. Was hat sich seitdem getan?
LUDWIG REINBOLD: Am markantesten sieht man, dass sich der Biergarten geändert hat. Da haben wir quasi eine ganz neue und jüngere Biergartenausgabe. Vor allem die Bestuhlung kommt bei den jungen Leuten gut an. Auch dass wir die Küche nach oben ins Bräustüberl gebaut haben, hat enorme Vorteile. Dadurch sind wir viel schlagkräftiger und das Essen geht viel schneller und heißer raus. Auf der Löwenterrasse haben wir gemütliche Lounge-Möbel aufgestellt. Das ist jetzt möglich, da die Terrasse nach unserer Übernahme nicht mehr verpachtet ist und wir freie Hand haben.

"Wollen nicht mit der Tradition des Löwenbräukellers brechen"

Wie gelingt der Spagat zwischen moderner Eventlocation und traditionellem Wirtshaus?
Man muss sagen, das Haus ist groß genug. Aber generell wollen wir den Charakter des Löwenbräukellers überhaupt nicht verändern. 90 Prozent unserer Gäste kommen mit einem Traditionsbewusstsein hier her. Das heißt: Bier, Haxe, Schweinebraten. Aber in der Zeit, in der die Traditionalisten nicht hier sind, dafür aber zum Beispiel die jüngeren Leute nach der Wiesn, dann wollen wir auch was zum Weiterfeiern anbieten. Und da haben wir mit Philip Greffenius und dem "Wiesnzelt" einen super Partner.

Nach dem Kauf des Löwenbräukellers durch die Familie Reinbold gab es Gespräche mit der Brauerei, ob der Schankvertrag verlängert wird. Wie schaut’s da aus?
Ich sag mal so: Die Chancen, dass die Gäste beim "Wiesnzelt 2019" auch Bier von Löwenbräu trinken, stehen extrem gut. Wir wollen wie gesagt mit der Tradition nicht brechen, deswegen wird der Löwenbräukeller auch im nächsten Jahr noch der Löwenbräukeller sein.

Eine Frage an Sie als Betreiber des Schützenzelts auf der Wiesn und gleichzeitig des "Wiesnzelt" am Stiglmaierplatz: Worin liegt der Hauptunterschied?
Im Schützenzelt haben natürlich deutlich mehr Menschen Platz als die rund 2000 im Löwenbräukeller. Dafür gibt es beim "Wiesnzelt" keine Sperrstunde. Das hat den Vorteil, dass die Stimmung nicht abbricht, da es ja keinen Schankschluss gibt. Außerdem haben wir im Schützenzelt nur die Wilderer-Bar, während wir am Stiglmaierplatz verschieden Bars anbieten können.

Herr Greffenius, nach dem Auszug von Wiesnwirt Christian Schottenhamel aus dem Löwenbräukeller haben Sie mit Ludwig Reinbold schon den nächsten Wiesnwirt als Partner. Mit welchem der beiden ist es einfacher zusammenzuarbeiten?
PHILIP GREFFENIUS: Ich muss sagen, meine Zusammenarbeit mit Ludwig Reinbold hat gerade erst begonnen ... aber bis dato läuft sie sehr gut. Punkt (lacht).


Steht an den Plattentellern auf der Laurent-Perrier-Après-Wiesn: Giulia Siegel.

Worin sind sie alle gleich, die Wiesnwirte?
Sie wissen alle ganz genau, was sie wollen. Und sie wissen genau, wie Gastronomie funktioniert. Deswegen sind sie wahrscheinlich Wiesnwirte.

Sie veranstalten das "Wiesnzelt" zum 11. Mal. In diesem Jahr heißt das Motto "Alles neu". Was darf man sich darunter vorstellen?
Zum Einen wollen wir die klassische Oktoberfest-Stimmung beibehalten, deswegen heißt es ja auch "Wiesnzelt". Im Festsaal spielt deshalb am Anfang auch wieder die Feldmochinger Blaskappelle und danach die Stimmungsband Bergluft – zwei bekannte und bewährte "Wiesnzelt"- Hausbands quasi.

Après-Wiesn: Moderne Club-Atmosphäre in traditionellen Gemäuern

Was das Neue betrifft, da haben wir den Fokus auf die Laurent-Perrier-Après-Wiesn gelegt. Hier wollen wir in den ohnehin schon renovierten Bereichen, wie zum Beispiel dem Bennosaal, eine moderne und stylische Club-Atmosphäre schaffen.

Auf der Laurent-Perrier-Après-Wiesn legt jeden Abend DJane Giulia Siegel auf.
Da waren uns Ludwig Reinbold und ich sofort einig, dass sie die Richtige ist. Sie hat mit ihrem DJ-Sound dieses Fingerspitzengefühl, auf die Menge einzugehen und sich der momentanen Stimmung im Club anzupassen.

Lesen Sie hier: After-Wiesn in München – Partys nach dem Bierzelt

Was gibt’s zum Essen im "Wiesnzelt"?
LUDWIG REINBOLD: Vom Hendl über Spanferkel bis zur Ente sind hier bis 22.30 Uhr alle klassischen Wiesnschmankerl vertreten. Für die Nachteulen servieren wir zur späteren Stunde noch Snacks wie Currywurst oder Flammkuchen.

Was kostet die Maß Bier?
Typisch für den Löwenbräukeller fahren wir auch beim "Wiesnzelt" eine sehr faire Bierpreispolitik. Die Maß wird mit neun Euro weniger als auf der Wiesn kosten.

Wer kommt ins "Wiesnzelt"?
PHILIP GREFFENIUS: Wir haben ja bewusst zwei Veranstaltungen. Die klassische Oktoberfest-Gaudi im Festsaal und die stylischere Laurent-Perrier-Après-Wiesn. Bei Letzterer handelt es sich um etwa 80 Prozent Münchner, während das Publikum im Festsaal über die Hälfte aus überregionalen Gästen besteht.

Sind die meisten Besucher nach der Wiesn nicht schon sturzbetrunken, wenn sie zur Après-Wiesn kommen?
LUDWIG REINBOLD: Natürlich haben die Leute, wenn sie von der Wiesn mit einem Damenschwipps kommen, was getrunken. Aber es ist auf keinen Fall so, dass sich die Gäste hier pausenlos übergeben oder ausfällig werden. Davon habe ich mich vergangenes Jahr sogar selber überzeugt. Ganz im Gegenteil: Das "Wiesnzelt" ist eine bayrisch-anständige Party-Veranstaltung.


Das "Wiesnzelt" am Stiglmaierplatz: Vom 21. September bis 06 Oktober, täglich von 18.30 Uhr bis Open End. Ticketpreise von zehn bis 214,20 Euro. Jetzt 10% Rabatt mit dem Rabattcode der AZ sichern – #AZWIESN#Z789; Infos auf daswiesnzelt.de

 

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