Parteitag in Hannover AfD hofft bei Bundestagswahl auf bis zu 20 Prozent

Der AFD-Parteivorsitzende Jörg Meuthen beim Parteitag in Hannover. Foto: dpa

Die Flüchtlingskrise hat der AfD neuen Auftrieb verschafft. Beim Bundesparteitag der Rechtskonservativen steht das Thema im Mittelpunkt. Jüngste Umfragen stimmen die Partei selbstbewusst.

 

Hannover - Die rechtskonservative AfD kann nach Ansicht von Co-Parteichef Jörg Meuthen bei der nächsten Bundestagswahl mit einem zweistimmigen Ergebnis rechnen. "Wir haben ein Wählerpotenzial von bis zu 20 Prozent", sagte Meuthen am Samstag beim Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Hannover. Er betonte aber auch, dass die AfD noch eine sehr junge Partei sei, "die auch immer noch Fehler macht". "Aber der zweistellige Bereich ist die Wegmarke. Ich denke, wir werden das schaffen."

Die Flüchtlingskrise hatte der AfD neuen Auftrieb verschafft, kürzlich ging sie aus einer Umfrage mit 10,5 Prozent erstmals als drittstärkste Partei in Deutschland hervor. Meuthen betonte, die AfD habe nicht ohne Grund die Bezeichnung "Alternative" in ihrem Namen. "Es braucht keine weitere CDU oder SPD, die gibt es schon. Wenn eine neue Partei Erfolg haben will, muss sie was Neues anbieten und nicht etwa den alten Wein in neuen Schläuchen anbieten."

Die AfD habe nach dem Austritt von Parteigründer Bernd Lucke im Sommer wieder den "Turnaround" geschafft, sagte Meuthen. Alle Versuche, die Partei zu spalten, seien gescheitert. Längst gebe es wieder eine "sehr kräftige Aufwärtsbewegung". Derzeit wollten trotz der Verunglimpfungen durch Medien und politische Gegner so viele Menschen in die Partei eintreten, dass diese mit der Bearbeitung der Anträge gar nicht mehr nachkäme. Die AfD sei keine rechte Partei. "Wir stehen für einen guten und weltoffenen Patriotismus und möchten hier weiterhin mit unseren Kindern und Enkeln leben."

Nach Angaben der AfD sind bei dem zweitägigen Parteitag in Hannover unter dem Motto "Mut. Wahrheit. Deutschland." 590 Delegierte zusammengekommen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, ist die Polizei rund um die Kongresshalle mit einem Großaufgebot im Einsatz. Im Mittelpunkt stehen Debatten zur Asylpolitik und zum Flüchtlingszuzug. Die AfD fordert von der Bundesregierung einen Kurswechsel. Am Mittag wollte Parteichefin Frauke Petry zu den Delegierten sprechen.

 

33 Kommentare