Paris gegen Leverkusen in der Champions League Zlatan Ibrahimovic: Anti-Held, Künstler, Bayer-Schreck

 

Nach dem 0:4 glaubt kein Leverkusener mehr an ein Weiterkommen – und abhängig, ob sich Zlatan Ibrahimovic selbst aufstellt oder nicht. Und selbst die Partie gegen Bayern schenkt der Klub ab

Paris - Zlatan Ibrahimovic und St.-Germain? Schon erledigt. Guardiola und der FC Bayern? Vorzeitig abgehakt. Bayer Leverkusen schenkt die vier Tage von Mittwoch bis Samstag im Grunde ab. Zu übermächtig scheint die Konkurrenz der Superstartruppen aus Paris und München.

„Nach dem München-Spiel fängt unser Saisonfinale mit neun Endspielen an“, sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade vor dem Abflug der Werkself zum Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Paris St.-Germain am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF live) mit Blick auf das Samstagspiel und Kampf um Platz drei in der Liga. „Ich erwarte, dass wir uns so präsentieren wie es sich gehört und jeder sieht, dass wir zu Recht in der Champions League dabei waren“, sagte Sportchef Rudi Völler, nachdem zuletzt beim 1:1 in Hannover die Serie von fünf Pflichtspielniederlagen in Folge gestoppt werden konnte.

Doch wie hoch fällt die Pleite gegen PSG diesmal aus? Höher als das 0:4 vor drei Wochen im Hinspiel? Gegen Paris, das im „Prinzenpark“ seit 2006 und 27 Partien im Europacup ungeschlagen ist? Und vor allem: Gegen Ibra, den Wunderstürmer?

Der Superstar, 2013 nicht unter den Top 3 der Weltfußballer (Ronaldo, Messi, Ribéry), nach eigener Einschätzung aber schon lange der Beste des Planeten, hat in Paris eine Sonderstellung. Und so darf der Schwede, mit rund 20 Millionen Euro pro Jahr einer der Top-Verdiener im Weltfußball, sich gegen Leverkusen mal eben selbst aufstellen. „Er kann selbst entscheiden, ob er spielt“, sagte PSG-Trainer Laurent Blanc. Klar, für Ibra ist so ein Rückspiel mit 4:0-Führung auch viel zu profan. Langweilig! Kommt zu seinen bisherigen zehn Champions-League-Treffern eben vorerst keiner mehr hinzu. Na, und? Unerheblich für einen Kicker, der sich als Künstler sieht. Ein Egoist. Ein Ereignis. Kurz: ein Held. Und für viele die Reizfigur im modernen Fußball schlechthin, ein Antiheld eben.

„Am Beispiel Paris sieht man, dass Geld doch Tore schießen kann. Paris zählt derzeit sicher schon zu den fünf besten Klubs in Europa und kann sogar die Champions League gewinnen. Mittelfristig kann Paris sogar Bayern München entthronen“, sagt Völler. Rund 350 Millionen Euro hat die „Qatar Sports Investment“, die 2011 70 Prozent der Aktienanteile des zu diesem Zeitpunkt hoch verschuldeten Vereins übernahm, in den vergangenen zwei Jahren investiert. Rund 200 Millionen Euro fließen jährlich von Katars Tourismusbehörde als PSG-Sponsor an den französischen Tabellenführer, was Bayerns Vorstandsboss Rummenigge regelmäßig auf die Palme bringt. Stichwort Financial Fairplay – ob das Ibrahimovic irgendwie kümmert?

 

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