Papstbesuch des FC Bayern „Wir sind froh, dass wir das erleben durften“

Philipp Lahm (l.) und Manuel Neuer überreichen vor den Augen von Karl-Heinz Rummenigge ein signiertes Bayern-Trikot mit dem Aufdruck Franziskus und der Nummer 1 an den Papst. Foto: FC Bayern München/Getty Images

Papst Franziskus empfängt Bayern nach dem 7:1 bei AS Rom zu einer Privataudienz. Der lobt: „Sie haben ein wunderschönes Spiel abgeliefert.“ Der Verein verspricht eine Millionenspende für karitative Zwecke.

 

Rom  - Das ist der Beweis: Der Papst empfängt nun auch Außerirdische. Nach der 7:1-Gala des FC Bayern am Dienstagabend beim AS Rom urteilte die italienische Sporttageszeitung „Corriere dello Sport“, die Bayern waren „von einem anderen Planeten“. Und tags darauf doch geerdet.

Ergriffen, still und leise. Wie Schulbuben waren die Bayern-Profis am Mittwochmorgen zur Privataudienz bei Papst Franziskus im Vatikan gekommen. Ehrfürchtig lauschten die Delegationsmitglieder den Worten des Oberhaupts der katholischen Kirche. Und sie mussten sich anstrengen. Denn Franziskus sprach sehr leise und bedächtig. Niemand traute sich, einen Mucks zu machen.

Der Papst, selbst fußballbegeistert und Fan des argentinischen Klubs San Lorenzo, sagte zu den Bayern: „Sie haben gestern ein wunderschönes Fußball-Spiel abgeliefert.“

Es war eine lockere Atmosphäre, keine übertriebene Security. Nicht mal ihre Handys mussten die Bayern-Delegationsmitglieder abgeben – allerdings wäre ein Klingeln unverzeihlich gewesen. Franziskus nahm sich für jeden Spieler einige Sekunden Zeit, jeder bekam seinen Handschlag.

„Wir sind froh, dass wir das erleben durften“, sagte Kapitän Philipp Lahm. Und David Alaba, tief gläubig, meinte danach: „Ich bin unheimlich beeindruckt von einem der größten Erlebnisse in meinem Leben. Es war sehr angenehm mit ihm. Diesen Moment werden wir nicht so schnell vergessen.“

Die Delegation der bayerischen Himmelsstürmer wurde von Präsident Karl Hopfner und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge angeführt, er richtete ein paar Worte an den Papst und brachte zwei Geschenke mit: „Unsere Mannschaft wird im kommenden Jahr ein Freundschaftsspiel bestreiten, aus dessen Einnahmen wir dem Heiligen Vater eine Million Euro für karitative und wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen. Papst Franziskus möge dann selbst entscheiden, wofür dieses Geld eingesetzt wird, um Menschen in Not, egal welchen Glaubens und wo auf der Welt, spontan zu helfen.“

Aus den Händen von Lahm, Torhüter Manuel Neuer („Ein Moment, den man sein Leben lang nicht vergisst“) und Trainer Pep Guardiola bekam der Heilige Vater ein von allen Spielern signiertes Originaltrikot der Bayern mit der Rückennummer 1 und dem Aufdruck „Franziskus“ – gerahmt.

Seinen Segen haben sie nun, aber göttlichen Beistand brauchen sie aktuell eher nicht. „Fußballerisch brauchen wir uns im Moment nicht zu beschweren, da konnte uns der Papst nicht wirklich helfen“, sagte Lahm keck. Sogar WM-Torschütze Mario Götze schenkte Franziskus ein Lächeln. Dazu, mit dem argentinischen Papst über sein entscheidendes WM-Tor gegen die Gauchos zu sprechen, „sind wir leider nicht gekommen“, sagte Götze zu Radio Vatikan.

 

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