Panorama Weltumseglerin Abby überlebt den Sturm

Als das Meer noch türkis und friedlich war – Abby bei ihrem Start im Januar. Jetzt zwangen sie neun Meter hohe Wellen zum Aufgeben. Foto: AP

LOS ANGELES - Der Traum ist aus, das Boot manövrierunfähig – aber wenigstens ist Abby Sunderland wohlauf. Ein Suchflugzeug hat das Boot der 16-jährigen Weltumseglerin gesichtet und mit ihr Kontakt aufgenommen.

 

Die Amerikanerin startete im Januar, um allein die Welt zu umsegeln. Mitten im indischen Ozean, tausende Kilometer von Küsten entfernt, machten ihr aber neun Meter hohe Wellen zu schaffen. Daraufhin hatte sie ihr Boot nicht mehr im Griff und setzte zwei Notsignale ab. Der Funkkontakt zu dem Mädchen brach ab, Stunden der Ungewissheit begannen.

Aber Abby hatte Glück: Das Boot kippte nicht und sie konnte sich in eine Rettungskapsel an Bord retten, wo sie in einem warmen Anzug und mit Trinkwasser und Notrationen auf Rettung wartet.

Vater Laurence Sunderland sagte: „Zu wissen, dass sie lebt und es ihr gut geht, bedeutet uns mehr als jeder Segelrekord.“

Die Sunderlands sind eine segelverrückte Familie. Auch Abbys Bruder hat die Welt schon auf einem kleinen Boot umrundet. In der Öffentlichkeit wurden die Eltern scharf dafür kritisiert, ihren Kindern solche Abenteuer zu erlauben. Experten sagten außerdem, dass der Start im Januar von Kalifornien aus schlecht gewählt sei – denn im Moment ist es im Indischen Ozean besonders gefährlich, dort beginnt gerade der Winter.

Von Australien aus suchte ein Flugzeug nach Abby und konnte sie schließlich finden. Ein Fischerboot, das sich in der Nähe befindet, machte sich sofort auf den Weg, um die gescheiterte Rekordseglerin an Bord zu nehmen.

Hätte Abbys Erdumrundung geklappt, wäre sie die jüngste Weltumseglerin gewesen – vor der Australierin Jessica Watson, die einige Monate älter ist und im Mai wieder in Sydney eintraf. Die Erde zu umsegeln scheint ein Trend unter waghalsigen Teenagern zu werden: Die 14-jährige Laura Dekker aus Holland mussten erst Gerichte von ihrem Vorhaben abbringen (AZ berichtete), ihre Eltern hatten gegen die Idee nichts einzuwenden. rg

 

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