Panorama Streikwelle legt Griechenland lahm

Auch am Flughafen in Athen geht nichts mehr Foto: AP

ATHEN - Nichts geht mehr: Flugzeuge, Fähren und Züge stehen still. Aber auch Schulen, Universitäten und Behörden blieben geschlossen. Da selbst die Journalisten ihre Arbeit niederlegten, gibt es auch keine Berichterstattung.

 

Mit einer Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch stillgelegt. Sie protestieren am Donnerstag gegen die Sparpläne der Regierung zur Überwindung der Schuldenkrise. Besonders betroffen war der Verkehr. Da auch die Fluglotsen streiken, wurden seit Mitternacht sämtliche Flüge von und nach Griechenland gestrichen. Die Fluglinien hatten ihre Passagiere jedoch rechtzeitig informiert.

Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn wurden bestreikt. Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, lobte derweil die griechischen Sparanstrengungen.

Die internationalen Finanzmärkte hätten den Sparkurs durchaus positiv aufgenommen, sagte Juncker auf NDR Info. «Daher kann von einem Ablenkungsmanöver der Griechen nicht die Rede sein.» Er begrüßte zudem den Vorschlag, einen Europäischen Währungsfonds zu gründen. «Allerdings kann ein solcher Fonds nicht alle Probleme lösen», sagte er. Jeder Euro-Staat müsse seine Finanzen zunächst selbst in Ordnung bringen.

In Griechenland waren Kundgebungen in vielen Städten geplant. Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichten, da auch die Journalisten für 24 Stunden in den Ausstand traten. Die meisten Behörden blieben geschlossen, ebenso Schulen und Universitäten. In den Krankenhäusern wurden nur Notfälle behandelt. Zudem blieben alle antiken Stätten und Museen geschlossen. Supermärkte, die meisten Banken und die Hotels hatten dagegen geöffnet.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou äußerte Verständnis für den Unmut der Bürger, es gebe aber einfach «kein Geld». Das harte Sparprogramm seiner Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte vor. Die Mehrwertsteuer wurde um zwei Prozentpunkte erhöht. Indirekte Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe wurden gleich zweimal innerhalb weniger Wochen um rund 20 Prozent erhöht.

Griechenland drücken Schulden von fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ständige Aufsicht gestellt. (dpa)

 

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