Panorama Riesiger Eisberg in Antarktis abgebrochen

Ein Eisberg (r.) stößt auf die Gletscherzunge, eine riesige Eismasse (links) bricht ab Foto: AP

SYDNEY - In der Antarktis ist ein riesiger Eisblock von einem Gletscher abgebrochen und driftet nun leicht nordwärts. Da an der Stelle mehrere Eisberge treiben, warnen Experten, dass die Eismassen die Meeresströmungen weltweit negativ beeinflussen könnten.

 

Ein riesiger Eisberg ist in der Antarktis von der Zunge des Mertz-Gletschers gebrochen und treibt im Meer. Er ist knapp 80 Kilometer lang und fast 40 Kilometer breit und enthält nach Angaben des australischen Glaziologen Neal Young etwa ein Fünftel der weltweit jährlich verbrauchten Wassermenge.

Der Abbruch passierte, als ein anderer treibender Eisberg in den Gletscher krachte. So etwas komme einmal in 50 bis 100 Jahren vor, sagte der Glaziologe Neal Young am Freitag im australischen Rundfunk. An der Gletscherzunge gab es seit Jahren Risse. Es gebe keine Anzeichen, dass der Klimawandel zu dem Abbruch beitrug, sagte Young.

Wissenschaftler befürchten allerdings, dass die beiden Eisberge den Sauerstoffgehalt in den Weltmeeren negativ beeinflussen könnten. Sie sind besorgt darüber, dass in der für Meeresströmungen bedeutsamen, bislang eisfreien Wasserflächen nahe dem Gletscher nun Eisberge treiben. Das könnte die Sinkfähigkeit kalten Wassers beeinträchtigen.

Dieses absinkende Wasser wiederum versorgt die weltweiten Meeresströmungen mit Sauerstoff. Möglicherweise gebe es Regionen in den Weltmeeren, in denen Sauerstoff verlorengehe, und dort werde natürlich das meiste Leben absterben, sagte Mario Hoppema vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. (apn/dpa)

 

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