Panorama Proteste in Frankreich: Jetzt streikt Lady Gaga

Schwere Auseinandersetzungen auf Frakreichs Straßen Foto: dpa

PARIS - Straßenblockaden Kurz vor der finalen Abstimmung über die Erhöhung des Rentenalters werden in Frankreich die Proteste heftiger – das bekommen auch Pop-Fans in Paris zu spüren.

 

Umgestürzte Autos, brennende Mülltonnen, Jugendliche, die mit Steinen auf Polizisten werfen: Die Demonstrationen gegen die geplante Rentenreform haben Frankreich in einen Ausnahmezustand versetzt. Einer der Brennpunkte ist Lyon, seit Tagen liefern sich Demonstranten und Sicherheitskräfte ein Katz- und Maus-Spiel. Zwar sind die Proteste nicht überall so gewalttätig wie hier, das öffentliche Leben aber liegt in weiten Teilen des Landes lahm. Mit ganz unterschiedlichen Auswirkungen. Von annullierten Flügen, leergezapften Tankstellen bis hin zu abgesagten Pop-Konzerten.

Am Freitag bekommen das Lady Gaga-Fans zu spüren: Die Sängerin hat zwei Auftritte in Paris Bercy abgesagt – „es sei nicht sicher, dass die Lastwagen wie geplant das Equipment nach Paris bringen können“, so die Veranstalter. Diese Befürchtung scheint berechtigt. Immer wieder blockieren Demonstranten Straßen, wie am Donnerstag eine Autobahn bei Le Havre. Auch der Flugverkehr ist beeinträchtigt: Donnerstagfrüh blockierten Demonstranten eine Zufahrt zum Flughafen Marseille – Passagiere mussten den Weg zu Fuß zurücklegen. Auch der Zugang zu mehreren Benzindepots war blockiert.

Unterdessen setzte der französische Senat die finalen Debatten über die geplante Rentenreform fort – und hofft darauf, dass das Gesetz noch bis zum Wochenende verabschiedet wird. Dann sind Herbstferien. Ob jedoch auf diese Weise den Protesten der Wind aus den Segeln genommen werden kann? Schüler und Studenten, die mittlerweile in erster Reihe protestieren, kündigten bereits an: „Nach den Ferien sind wir zurück“. Für diesen Fall verschärfte Nicolas Sarkozy gestern schon mal den Ton: Er verurteilte die Ausschreitungen vor allem in Lyon und kündigte an, dass „alle Krawallmacher bestraft würden“. Der Protest sei aussichtslos: „Sie haben nicht das letzte Wort in einer Demokratie, einer Republik.“ va

 

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