Panorama Pokerturnier-Überfall: Dumm, aber flüchtig

Im Hotel Hyatt in Berlin fand im März das Pokerturnier statt Foto: dpa

BERLIN - Es war einer der spektakulärsten Raubüberfälle - und einer der dümmsten. Denn die Räuber ließen sich filmen, dennoch gibt es noch keine heiße Spur der Poker-Räuber. Ihre Beute: 242000 Euro.

 

Brüllend und mit einer Machete fuchtelnd haben vier maskierte Räuber das Hyatt-Hotel während eines Pokerturniers gestürmt (AZ berichtete). Mit 242 000 Euro flüchteten sie – und bis jetzt fehlt von den Dieben jede Spur.

Dilettanten, keine Profis waren das, sagt jetzt Rainer Wendt, der Chef der Polizeigewerkschaft: „Das ist eine neue Dimension von Dummheit, vor laufenden Kameras eine solche Tat zu begehen.“ Sein Rat an die Räuber: Sich gleich stellen und die Beute mitbringen, „vielleicht gibt’s dann ein paar Jahre weniger Knast“.

Auch über die Veranstalter – bei der European Poker Tour im Hyatt war das die Spielbank Berlin – sagte er wenig Gutes: Wer eine Million Euro in bar offen herumliegen lasse, der müsse auch Sorge tragen, dass genügend Sicherheitspersonal da sei. „Ein einziger Wachmann und ein Hotelpraktikant reichen da wirklich nicht aus – vielleicht ein bisschen geringere Preisgelder, dafür aber mehr Sicherheit.“

Die hohen Preisgelder aber zahlt nicht der Veranstalter – sie erklären sich durch die hohen Startgelder. 5000 Euro hatten die 945 Teilnehmer jeweils gezahlt, um bei dem Turnier mitmachen zu dürfen. Den Hauptgewinn von einer Million Euro bekam der Gewinner Kevin MacPhee aus den USA aber trotz des Raubüberfalls, sagt Christian Pudzich von Pokerstars.

Das Wachpersonal soll nicht einmal bewaffnet gewesen sein, weil das extra gekostet hätte. Den Zeitpunkt haben die Räuber gut gewählt: Als sie zuschlugen, waren zwei der Securities gerade beim Essen. Und die Gelder wären kurz darauf vom Nebentresor in den sicheren Haupttresor gebracht worden.lka

 

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