Panorama Neue Chance? Riesen-„Wal“ soll Öl saufen

Der Supertanker «A Whale» Foto: dpa

NEW ORLEANS - Seit fast drei Monaten strömt das Öl in den Golf. Ein Riesentanker sollte jüngst die Ölflut stoppen. Doch wegen eines Sturmes kann der Tanker im Golf noch nicht arbeiten. Für BP wird die Katastrophe immer teurer.

 

Seit fast drei Monaten strömen aus dem defekten Bohrloch täglich bis zu zehn Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko. Seit fast drei Monaten scheitern die Versuche des schuldigen BP-Konzerns kläglich, die Ölpest zu stoppen und die Katastrophe einzudämmen. Auch der jüngste Versuch ließ sich nicht gut an: Wegen meterhoher Wellen konnte der riesige Tanker „A Whale“ nicht damit beginnen, täglich bis zu 80 Millionen Liter des ölverschmutzten Seewassers abzupumpen.

Der Tanker der taiwanesischen Reederei TMT ist ein Koloss: Groß wie dreieinhalb Fußballfelder und zehn Stockwerke hoch. Er wurde eigens für diesen Einsatz umgebaut. Trotzdem glauben Experten, dass auch die große Menge verseuchtes Wasser, die der Ölschöpfer aufnehmen kann, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein wird. Immerhin ist im Golf eine Fläche mit Öl verschmutzt, die bereits größer ist als Rumänien.

Für den Konzern BP wird die Katastrophe von Tag zu Tag teurer, beinahe unerschwinglich teuer. Finanzexperten befürchten, dass der Konzern die Kosten nicht verkraften kann. Das ist keine Überraschung. Denn innerhalb von nur einer Woche sind die Ausgaben für die Eindämmung der Öl-Verseuchung um eine halbe Milliarde Dollar angestiegen.

Bisher haben die Briten nach eigenen Angaben 3,12 Milliarden Dollar für Aufräumarbeiten und die Entschädigungen bezahlt. 47000 Anträge von Geschädigten wurden bearbeitet, 147 Millionen Dollar ausbezahlt. mh

 

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