Panorama Monica Lierhaus: Koma nach Risiko-OP

Seit 2004 moderiert Monica Lierhaus die ARD-Sportschau. Nach einer Operation liegt sie im künstlichen Koma. Foto: dpa

HAMBURG/MÜNCHEN - Nach einer Operation am Kopf liegt die ARD-Moderatorin Monica Lierhaus in einer Hamburger Klinik – Kollegen und Sportler sind betroffen. Für Lierhaus springen Reinhold Beckmann und Gerhard Delling ein.

Wie geht es Monica Lierhaus? Die ARD-Sportmoderatorin liegt nach einer Operation am Kopf im künstlichen Koma (AZ berichtete).

Laut Informationen der Hamburger „Morgenpost“ fand die OP bereits am Donnerstag, 9. Januar, statt. Nur drei Tage, nachdem sie das letzte Mal für die ARD von der Vier–Schanzen-Tournee berichtet hatte. Nun liegt die 38-Jährige in einer Hamburger Klinik. Das Klinikum wollte keine Stellungnahme abgeben.

Im Klinikum wollte sich Lierhaus ein Aneurysma – ein ausgeweitetes Blutgefäß – entfernen lassen. „Ein schwerer Eingriff“, sagt Holger Poppert, Oberarzt der Neurologischen Klinik des Klinikums rechts der Isar In München. Im Regelfall wird eine solche Operation vorgenommen, um einen Schlaganfall zu vermeiden. Platzt ein solches Aneurysma, kann es zu Hirnblutungen kommen, „das kann auch tödlich verlaufen“, sagt Poppert.

Ein Aneurysma ist nur selten gefährlich

Die Blutgefäß-OP birgt Risiken. Kommt es dabei zu Komplikationen und bildet sich nach oder während des Eingriffs ein Blutgerinnsel, kann es sein, dass der Patient ins künstliche Koma versetzt werden muss. Laut Poppert macht man dies zum Beispiel, wenn die Betroffenen „nicht mehr ausreichend atmen können, Schluckreflexe nicht mehr funktionieren und man dem Patienten den Stress nehmen will“.

Rund zwei Prozent der Bevölkerung besitzen ein Aneurysma, es bildet sich meist erst im Erwachsenenalter – doch das ist nur in den wenigsten Fällen gefährlich. „Eine Operation wird erst dann empfohlen, wenn das Aneurysma größer als sieben Millimeter ist.“ Die Ursache für die Bildung dieser Ausweitungen ist ungeklärt. „Wir wissen nur, dass es eine familiäre Häufung gibt“, erklärt Poppert.

„Die Zuschauer ihrer Sendungen müssen nun eine Zeitlang ohne Monica Lierhaus auskommen“, teilte die ARD mit. Zum Start der Bundesliga-Rückrunde am 30. Januar werden Reinhold Beckmann und Gerhard Delling als Ersatz einspringen. Das teilte eine ARD-Sprecherin mit.

Kollegen und Sportler sind betroffen: „Ich bin tief erstürzt über die schwere Erkrankung meiner ehemaligen Premiere-Kollegin. Ich wünsche Ihr von Herzen ein rasche und vollständige Genesung“, sagte Sportkommentator Marcel Reif. Die deutsche Skiszene reagierte bestürzt. „Die Nachricht hat mich tief getroffen“, sagte Skispringer Michael Uhrmann. „Ich schätze sie als seriöse Journalistin, die uns Sportlern großen Respekt entgegenbringt.“

Lierhaus moderiert seit 2004 die „Sportschau“. Für die ARD berichtete sie zuletzt von der Vier-Schanzen-Tournee. Ihre TV-Karriere hatte die Hamburgerin bei Sat1 begonnen.

Christoph Landsgesell

 

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