Panorama Grausamer Nachbarsmord: Zehn Jahre Haft

Die Täter fotografierten sich mit der Handykamera Foto: dpa

RAVENSBURG - Die beiden Jugendlichen, die in Bad Buchau eine junge Mutter mit einem Brecheisen erschlagen haben, müssen jetzt zehn und sieben Jahre ins Gefängnis. Ihre Reue kam zu spät.

 

„Jetzt hat das Kind keine Mutter mehr“ soll der 15-Jährige gestammelt haben, nachdem er die 26-Jährige mit einem Brecheisen erschlagen hatte. Eigentlich wollte der Jugendliche aus ihrer Wohnung einen Flachbildschirm und Geld klauen – doch sie war zu Hause und erkannte den Nachbarsjungen. Da griff er an.

Zehn Jahre hat er Zeit, seine Tat im Gefängnis zu bedenken. Sein 17-jähriger Kumpan bekam sieben Jahre.

Geplant und ausgemalt hatten sich die beiden den Einbruch zusammen. Auch in der Clique: Zwei Jugendliche haben schon Bewährungsstrafen bekommen, weil sie den Plan nicht gemeldet hatten. Ein Computer und ein Flachbildschirm sollte die Beute der Freunde sein, vielleicht Bares – notfalls würden sie töten. Masken bastelten sich die beiden und fotografierten sich noch mit ihren Handys.

Der Jüngere stieg in die Wohnung der 26-Jährigen ein. Doch die Frau war zu Hause, erkannte den Jungen. Er fesselte sie mit einem Klebeband, Mund und Augen. Dann schlug der schmächtige Jugendliche mit dem Brecheisen zu, wieder und wieder.

Er sagte seinem älteren Freund Bescheid, sie trugen die Frau in den Keller. Die 26-Jährige lebte da noch. Ihr Kind war damals ein Jahr alt.

Die Jugendlichen ließen ihr Opfer liegen. Sie zogen los und suchten eine Tankstelle, besorgten Benzin. Um sie verbrennen zu können. Der 15-Jährige hatte schon länger eine Grube im Garten ausgehoben. Als sie wiederkamen, war die Frau tot. Ihr Ehemann hatte die Leiche im Keller gefunden.

„Eine solche menschenverachtende, brutale Tat von einem so jungen Menschen ist mir noch nicht untergekommen“, sagte der Chef der Ravensburger Staatsanwaltschaft, Herbert Heister. In den Verhandlungen schoben sich die Jugendlichen die Schuld zu. Der Jüngere hatte sein Geständnis widerrufen, behauptete, der Ältere habe ihn erpresst. „Unglaubhaft“, so das Gericht. „Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich die Polizei informieren“, gab sich der 17-Jährige reumütig.

Aber die Zeit kann er nicht zurückdrehen. Und niemand kann die junge Mutter wieder lebendig machen. lka

 

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