Panorama Der Ekel-Bericht: Mängel bei Maki

Frisches Sushi schmeckt köstlich – doch Lebensmittelprüfer bemängeln die Hygiene in der Hälfte aller überprüften Betriebe. Foto: dpa

BERLIN - Gar nicht lecker: Lebensmittelprüfer beanstanden Hygienemängel in Sushi-Lokalen oder Klinikküchen. Und wer Schinken bestellt, bekommt viel zu häufig Imitate. Die Zahl der Lebensmittelverstöße ist gestiegen.

 

Schinkenimitat im Imbiss, Hygienemängel bei Sushi: Die Zahl der Lebensmittel-Verstöße ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Die Lebensmittelkontrolleure der Länder fanden Mängel in fast jedem vierten der 545 000 untersuchten Betriebe, berichtete das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Die Prüfer untersuchten 2009 ungefähr die Hälfte aller Betriebe in Deutschland, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen. Unter anderem nahmen sie Krankenhausküchen, Sushi-Lokale und Schinkenprodukte genauer unter die Lupe.

Bei mehr als einem Drittel der 136 geprüften Sushi-Betriebe fanden sie Mängel bei Reinigung und Desinfektion. In der Kühlkette gab es Probleme bei etwa einem Fünftel der Betriebe – dabei ist Sushi besonders leicht verderblich. In Klinikküchen sieht es nicht besser aus: Die Schädlingsbekämpfung war bei sieben Prozent von 414 Betrieben nicht ausreichend, die Temperaturkontrollen wiesen bei rund neun Prozent Mängel auf.

Erschreckend: In vielen Imbissen bekommen die Kunden nicht mehr Schinken, sondern Kunstschinken – in rund 740 Imbissen waren 70 Prozent Schinkenimitate in Speisekarten falsch gekennzeichnet, in rund 1300 Gaststätten waren es 40 Prozent der Schinkenimitate. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) drängt schon länger auf eine schnelle Einigung in der EU auf die einheitliche Kennzeichnung von Käse- und Schinkenimitaten in der EU. „Wenn Produkte wie Formfleisch oder Analogkäse vermarktet werden, müssen sie ehrlich und ohne Beschönigungen gekennzeichnet werden“, sagte Aigner.

Im Kampf gegen die festgestellten Mängel in Imbissen und Lokalen setzt die Verbraucherorganisation Foodwatch auf die Öffentlichkeit: „Alle Kontrollergebnisse müssen veröffentlicht werden“, sagte Vize-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. Geplant sind „Smiley“-Gesichter, durch die jeder Gast auf die Schnelle die Qualität einer Gaststätte sieht.

 

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