Panorama Bombenleger von Viernheim: Zwölf Jahre Haft

Mitglieder des Sondereinsatzkommandos vor dem Haus in Viernheim, in dem sich der Bombenleger verschanzte Foto: dpa

VIERNHEIM - Er bekam sein Geld nicht und drehte durch: Ein Installateur unternahm im hessischen Viernheim im August 2009 mehrere Sprengstoffanschläge, um bei Kunden das Geld einzutreiben. Jetzt ist er verurteilt.

 

Weil ihm wegen Pfusch bei Handwerksarbeiten nicht der volle Lohn ausgezahlt wurde, drehte der Installateur Jürgen K. durch. Er unternahm Sprengstoffanschläge auf die Wohnungen zweier Kunden. Später verschanzte er sich in seinem Haus in Viernheim und drohte mit weiteren Bombenexplosionen. Erst nach 28 Stunden Belagerung durch die Polizei gab er auf.

Das war im August 2009. Der Fall sorgte für bundesweite Schlagzeilen. Jetzt wurde der 45-Jährige, der als „Bombenleger von Viernheim“ bekannt wurde, zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er hatte die Taten gestanden.

Als Motiv für die Anschläge gelten Geldsorgen und unbezahlte Rechnungen. Wegen zwei Vollstreckungsverfahren hatte sich ein Gerichtsvollzieher bei K. für den Tattag angekündigt.

Der Handwerker ist einschlägig polizeibekannt. Der geschiedene, allein lebende Handwerker war Sprengstoff- und Waffensammler und war 1987 wegen eines Verstosses gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Geld- und Bewährungsstrafe verurteilt worden. 1991 folgten eine Geldbusse und dreijährige Bewährungsstrafe nochmals wegen des Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen. Möglicherweise hatte er den Sprengstoff bei seiner früheren Tätigkeit als Wachmann eines Munitionslagers gestohlen.

 

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