Panorama Aufstand gegen das Regime: Blockade in Bangkok

Tausende Demonstranten halten seit der Nacht zum Mittwoch den internationalen Flughafen von Bangkok besetzt. Foto: AP

Gegner der thailändischen Regierung stürmen den Flughafen in Thailand und fordern den Rücktritt des Ministerpräsidenten – Urlauber sitzen fest, darunter auch viele Deutsche

 

BANGKOK Hunderte Flüge sind abgesagt, Urlauber sitzen fest. Auf dem internationalen Airport in Bangkok geht nichts mehr. In der Nacht zum Mittwoch nahmen tausende Demonstranten den Flughafen ein und legten den Verkehr komplett lahm.

Tausende Thailand-Touristen sind gestrandet. Viele hatten an ihren Urlaubsorten nichts von der Blockade erfahren und waren ahnungslos in etwa in Ferienorten wie Bali und Koh Samui in ihre Flieger gestiegen, die sie mit Zwischenstopp Bangkok nach Hause bringen sollten – und nun sitzen sie fest. Rund 3000 Urlauber sollen derzeit im Terminal sein. Die Flughafenbehörden sparen mit Informationen. „Wir wissen nichts“, sagte ein Tourist. Mittlerweile haben die Demonstranten die Zufahrten zum Flughafen mit Stacheldraht und Checkpoints abgeriegelt. Nur raus darf man noch – etwa Urlauber, die vorläufig aufgegeben haben und sich Hotels suchen.

Das Auswärtige Amt hat unter der Nummer 030-5000600601 eine Hotline mit Informationen für Thailand-Reisende geschaltet. Das Amt rät Touristen, den Flughafen Bangkok zu meiden. „Die weitere Entwicklung ist schwierig vorherzusehen“, sagte ein Sprecher. Fluggesellschaften und Veranstalter haben Reisen in die Hauptstadt abgesagt. Die Air Berlin strich am Mittwoch einen Flug von Düsseldorf nach Bangkok. Bei Thai Airways waren drei Maschinen betroffen: Zwei hätten in Frankfurt starten sollen, die dritte in München. Die Lufthansa verschob ihren für den späten Mittwochabend geplanten Flug von Frankfurt nach Bangkok zunächst auf 10.30 Uhr am Donnerstag.

 Thailands Generäle forderten die Flughafen-Besetzer zum Abzug auf. Angeblich wird auch die Verhängung des Ausnahmezustands erwogen. Hinter der Aktion der Demonstranten steckt die Wut der Opposition auf Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat. Sie wollen verhindern, dass er nach einem Gipfel in Peru wieder in der Heimat landen kann. Sie fordern seinen Rücktritt und werfen ihm vor, eine Marionette seines Schwagers zu sein, des bei einem Putsch gestürzten Exministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Die Lage ist schwer einschätzbar: Polizei und Armee hinderten die Regierungsgegner nicht an der Besetzung, schlossen einen Putsch aber aus.

C. Landsgesell, E. Panagiotidis

 

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