Panorama 114 chinesische Bergleute aus überschwemmter Mine gerettet

114 Bergleute wurden aus der überschwemmten Mine gerettet Foto: AP

XIANGNING - Es ist ein Osterwunder: Aus dem vor über einer Woche überschwemmten Kohlebergwerk in China sind in der Nacht zum Montag 114 Arbeiter lebend herausgeholt worden.

 

Es ist ein Osterwunder, mit dem kaum noch jemand gerechnet hatte: Mehr als eine Woche nach dem schweren Grubenunglück in China sind 114 von 153 eingeschlossenen Bergleuten lebend gerettet worden. 3000 Helfer waren an der Aktion beteiligt. Zu heroischer Musik zeigte das staatliche Fernsehen immer wieder die Rettungsarbeiten und dramatisierte in Zeitlupe, wie die Kumpel auf Tragen in Krankenwagen gebracht wurden.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als sei alle Hoffnung vergebens. Elf Taucher waren nach dem Wassereinbruch in das überschwemmte Kohlebergwerk vorgedrungen, jedoch innerhalb weniger Stunden zurückgekehrt. Wegen des dunklen Wassers in der Grube Wangjialang konnten sie sich nicht in die Stollen vorarbeiten, in denen Überlebende vermutet wurden. Dann der nächste Rückschlag: Über ein Abhörgerät, das die Rettungskräfte in den Schacht herabließen, vernahmen die Rettungsleute nur Stille.

Umso größer war die Freude am Freitag, als plötzlich doch Klopfzeichen vernommen wurden. Fernsehbilder zeigten Einsatzkräfte, die mit einem Schraubenschlüssel gegen Rohre schlugen und jubelten, als sie eine Antwort hörten. Bald stand fest, dass die Geräusche aus 250 Metern Tiefe kamen. Die Rettungstrupps bohrten ein Loch zu dem Schacht. Milch und Beutel mit Traubenzuckerlösung wurden herabgelassen.

Dann die Bergung der ersten Verunglückten am Montag: In fünfsitzigen Kajaks wurden sie in Sicherheit gebracht. Mitglieder der Bergungstrupps begrüßten sie begeistert mit lautem Beifall. Einige weinten sogar. Nach der langen Zeit in der Dunkelheit unter Tage hatten die Bergleute Kleider um die Augen gewickelt, um sie vor dem Tageslicht zu schützen. Die Kumpel waren mit wattierten Decken und dicken Armeemänteln gegen Unterkühlung zugedeckt. Sie litten unter Unterkühlung, Austrocknung, Hautausschlag und niedrigem Blutdruck. Einige standen unter Schock.

Wegen schlechten Managements, rückständiger Sicherheitsvorkehrungen und mangelnder Aufsicht sind Chinas Kohlegruben die gefährlichsten der Welt. Jedes Jahr sterben tausende Kumpel in Bergwerken. „Ich habe eine Tochter und einen Sohn. Ich muss im Bergbau arbeiten, um Geld für sie zu verdienen“, sagte ein 45-Jähriger nach der Rettung im Krankenhaus über seinen riskanten Job. ala

 

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