Palau Die Münchner Champagneria

Im „Palau“ an der Thalkirchner Straße 16 gibt es keine Sitzgelegenheiten, auf der Karte stehen gerade mal vier Sandwiches. Dennoch hat der Imbiss Kultpotenzial. Foto: Petra Schramek

Die Thalkirchner Straße hat einen neuen Hotspot. Das „Palau“ versteht sich als spanische Bar. Serviert werden einfache Steaksemmeln und Schaumwein – nach einem Vorbild in Barcelona.

 

Wenn Martin Erfurt (45) wieder mal in Barcelona landet, seiner zweiten Heimat, steigt er als erstes in ein Taxi und lässt sich in die Carrer de la Reina Cristina 7 fahren. Dort wohnen nicht etwa seine Verwandten, nein, dort ist seine seine Lieblingsbar, das „Can Paixano“. Wobei kaum jemand den Laden so nennt, zumindest kein Tourist, denn bekannt geworden ist er unter dem Namen „La Champagneria“, weil man dort diesen süßlichen Schaumwein kriegt.

An dem dürfen sich nun auch die Münchner erfreuen, wenn sie das „Palau“ aufsuchen. Erfurt importiert den süffigen „Rosat“ aus Katalonien und schenkt ihn für 1,50 Euro in Schalengläsern aus. Die Flasche gibt es für 9 Euro. Neben dem prickelnden Rosé soll es schon bald auch den herberen „Selecte“ aus der Kellerei Can Paixano geben. Doch wenn hier immer nur die Rede von Alkoholika ist, entsteht ein falscher Eindruck.

Martin Erfurt hat das Palau Mitte November zusammen mit Philipp Jüngling (35) eröffnet. Beide kennen sich aus Tim Mälzers „Bullerei“ in Hamburg, in München haben sie für Holger Stromberg gearbeitet. Dass sie keine reine Champagner-Bar aufmachen wollten, versteht sich von selbst.

Die Idee, die sie mit dem Palau verfolgen, ist die einer spanischen Bocadillo-Bar mit moderaten Preisen. „Die Leute sollen jeden Tag kommen können, ohne sich Sorgen um ihre Finanzen machen zu müssen“, sagt Erfurt. Zu essen gibt es „Bocatas“, kleine, mit Käse belegte Minutensteaksemmeln. Auswählen kann man zwischen Schweinefleisch („Lomo“, 2,80 Euro), Hähnchenfilet („Pollo“, 3,40 Euro) und Rindfleisch („Ternera“, 3,80 Euro). Das „Veggie“-Baguette kostet 2,80 Euro.

Wer einen gesunden Hunger mitbringt, schafft zwei oder drei Portionen. Wer gerne außergewöhnliche Soßen probiert, sucht die Plastikflaschen mit dem norwegischen Senf von „Bergbys“. Und wer nicht auf Schaumwein steht, ordert am besten ein Bier aus der Münchner „Crew Ale“-Werkstatt (2,90 Euro).

Nach spanischem Vorbild wird die Bestellung eines Gastes auf ein Stück Papier gekritzelt, gezahlt wird am Ende. Und noch eine Sitte aus Spanien könnte sich im Palau etablieren: „Woran erkennst du ein gutes spanisches Lokal?“, fragt Erfurt und antwortet: „An den Servietten auf dem Boden. Liegen überall benutzte Servietten, essen dort auch die Spanier.“

Er hat zwar zwei Mülleimer aufgestellt. Ob sie aber jemand benutzen wird? 


Thalkirchner Straße 16, Mo. bis Mi. 11 – 23 Uhr, Do. bis Sa. 11 – 1 Uhr, Tel. 0177 / 238 56 72

 

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