Oscar-Gewinner Alfonso Cuarón Goldener Löwe geht an Netflix-Drama "Roma"

Regisseur Alfonso Cuarón gewinnt in Venedig Foto: imago/Independent Photo Agency

Das mexikanische Netflix-Drama "Roma" von Oscar-Gewinner Alfonso Cuarón setzt sich im Wettbewerb von Venedig durch. Das sind die weiteren Gewinner.

Die Filmfestspiele von Venedig 2018 sind mit der Preisverleihung am Samstagabend zu Ende gegangen. Mit dem Goldenen Löwen für den Besten Wettbewerbsfilm (Langfilm) wurde das mexikanische Filmdrama "Roma" von Regisseur Alfonso Cuarón (56) ausgezeichnet. Nach der Uraufführung in Venedig soll der Film seine internationale Premiere beim Toronto International Film Festival (6.-16. September) feiern. Nach dem Festival wird der Streifen bei Netflix zu sehen sein.

Das autobiografisch geprägte Schwarz-Weiß-Drama spielt in den 1970er Jahren in Mexiko. Die Familiengeschichte konzentriert sich dabei auf die Kindermädchen und Haushälterinnen. Es geht aber auch um das sogenannte "Corpus Christi Massaker", bei dem ein Studentenprotest gewaltsam niedergeschlagen wurde.

Für sein Weltraum-Sci-Fi-Drama "Gravity" (2013) mit den Hauptdarstellern Sandra Bullock (54, "Blind Side") und George Clooney (57, "Syriana") wurde der gebürtige Mexikaner Cuarón persönlich mit zwei (Beste Regie, Bester Schnitt) der sieben Oscars ausgezeichnet, die der Film damals einheimste.

Die weiteren Preisträger

Der zweite wichtige Preis des Festivals, der Große Preis der Jury, ging in diesem Jahr an den griechischen Regisseur Giorgos Lanthimos (45) für "The Favourite". Die britische Schauspielerin Olivia Colman (44) gewann für die Hauptrolle in seinem Film über die Intrigen im britischen Königshaus zu Zeiten von Queen Anne (1665-1714, gespielt von Colman) zudem den Darstellerinnenpreis.

Der Beste Schauspieler war für die Jury US-Star Willem Dafoe (63, "Platoon"). In "At Eternity's Gate" von US-Maler und Filmemacher Julian Schnabel (66) ist er als niederländischer Maler Vincent van Gogh (1853-1890) zu sehen. Als Bester Nachwuchsdarsteller wurde der junge Aborigine Baykali Ganambarr für seine Rolle im Drama "The Nightingale" der Australierin Jennifer Kent ausgezeichnet. Der Streifen der einzigen Frau im Wettbewerb wurde außerdem mit dem Spezialpreis der Jury bedacht.

Der Franzose Jacques Audiard (66) bekam die Trophäe für die Beste Regie beim Western "The Sisters Brothers". Und indirekt räumte Netflix nach dem Hauptpreis dann noch ein weiteres Mal ab, denn die Auszeichnung für das Beste Drehbuch ging an die Coen-Brüder Ethan (60) und Joel (63) für ihre Western-Hommage "The Ballad of Buster Scruggs".

Der deutsche Wettbewerbsbeitrag "Werk ohne Autor" (Kinostart: 3. Oktober 2018) von Filmemacher und Oscar-Gewinner Florian Henckel von Donnersmarck (45, "Das Leben der Anderen") ging leer aus.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null