Optionen der Bayern-Bosse Lewandowski will weg: Wie reagiert der FC Bayern?

Mit 29 Treffern der Bundesliga-Torschützenkönig der abgelaufenen Saison: Robert Lewandowski. Foto: Sven Hoppe/dpa

Sollte der FC Bayern seinen wechselwilligen Top-Stürmer Robert Lewandowski tatsächlich ziehen lassen, muss er einen entsprechenden Plan B präsentieren. Die aktuellen Optionen der Bayern-Bosse.

 

München - Schweigen an der Säbener Straße: Der FC Bayern will sich zunächst nicht zum Wechselwunsch seines Top-Stürmers Robert Lewandowski äußern. Auf dpa-Anfrage gaben die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters am Mittwoch keinen offiziellen Kommentar ab.

Zuvor hatte Lewandowskis Berater Pini Zahavi verkündet, dass der polnische Nationalspieler die Bayern trotz eines Vertrags bis 2021 in diesem Sommer verlassen will. "Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht. Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid", sagte Zahavi.

Mit 29 Treffern wurde Lewandowski in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal Torschützenkönig in der Bundesliga. Bei einem angedachten Mega-Geschäft geht es selbstverständlich um viel Geld, doch damit kennt sich Zahavi aus. Der von Lewandowski wohl genau wegen solcher Deals im Februar für ein halbes Jahr engagierte Spitzenmanager Zahavi hatte schon den 222-Millionen-Transfer des brasilianischen Stürmerstars Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain eingefädelt.

Eine Summe im Bundesliga-Rekordbereich aber könnte den Bayern für eine Einwilligung nicht reichen. Die Mannschaft von Neu-Trainer Niko Kovac bräuchte zudem einen Ersatz für Lewandowski auf der Mittelstürmer-Position.

Aktuell haben die Bayern-Bosse drei Optionen...

1. Lewandowski verkaufen

Nachdem Lewys Traumverein Real Madrid offensichtlich Abstand von einer Verpflichtung des Polen genommen hat, bleiben aktuell Paris St.-Germain, der FC Chelsea und Manchester United als Interessenten. Laut "Sport Bild" will Zahavi den deutschen Rekordmeister dabei unterstützen, einen adäquaten Ersatz für Lewandowski - 106 Treffer in 126 Bundesliga-Spielen für den FC Bayern - zu finden. Nur ein echter Spitzenklub kann das stemmen: Hohe Ablösesumme plus Ausnahmestürmer. Als mögliche Personal-Optionen gelten Edinson Cavani (31/Paris St.-Germain) oder auch Alvaro Morata (25/FC Chelsea). 

In der Bundesliga hat nur Leipzigs Timo Werner Weltklasse-Potenzial. Angreifer vom Format eines Lewandowski sind selten, seine Zahlen beeindruckend: In den vergangenen drei Spielzeiten erzielte Lewandowski für Bayern jeweils mehr als 40 Pflichtspieltore. Der Pole ist mit 180 Toren der siebtbeste Torjäger in der Geschichte der Bundesliga und mit 45 Treffern die Nummer zehn im ewigen Champions-League-Ranking. Im Bayern-Dress haben nur Gerd Müller, Thomas Müller, Karl-Heinz Rummenigge und Roland Wohlfahrt öfter getroffen.

2. Auf Vertrag pochen

Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte es erst Anfang Mai klargestellt: "Es braucht sich keiner Gedanken zu machen. Robert wird auch in der nächsten Saison bei Bayern München spielen." Rummenigge verwies auf den im Dezember 2016 bis 2021 verlängerten Kontrakt: "Entscheidend ist die Laufzeit der Verträge. Und wenn ein Klub das durchziehen kann, sind wir das." 

Es gab auch Kritik am Stürmer, vor allem nach seinen zwei Null-Tore-Auftritten beim Champions-League-K.o. gegen Real Madrid im Halbfinale. Gerüchten über eine mögliche Transferoffensive entgegnete Vereinspräsident Uli Hoeneß zuletzt noch: "Wir werden nix mehr investieren, sondern werden unsere Spieler dazu bringen, besser zu spielen. Wir brauchen den einen oder anderen Spieler, der in wichtigen Spielen Höchstleistung bringt und nicht, wenn man gegen die schwachen Gegner spielt, und daran müssen wir arbeiten."

3. Lewandowski stiftet Unruhe - und geht 

Wiederholt sich die Geschichte oder nimmt sich Robert Lewandowski ein Beispiel am Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé? Als Lewandowski 2013 von Dortmund zum FC Bayern wollte, verhinderten das die BVB-Bosse. Lewandowski blieb ruhig, erledigte weiter seinen Job und ging  2014 ablösefrei.

Dembélé hatte beim BVB durch Trainingsstreiks und Versteckspiele im August 2017 seinen Wechsel zum FC Barcelona erzwungen. FCB-Präsident Uli Hoeneß sagte damals: "Wir haben die Möglichkeit, für jedes Vergehen eine Strafe von bis zu einem Monatsgehalt einzuziehen. Für jeden Tag würde er von mir eine Geldstrafe von 100.000 Euro bekommen."

In Dortmund spielte Lewandowski einst mit Pierre-Emerick Aubameyang zusammen: Der Gabuner machte auf Lustlos-Profi, am Ende war der BVB froh, ihn los zu sein. Der FC Arsenal griff im Januar zu. Wer hat jetzt den längeren Atem? Weltstar Lewandowski als kaum ersetzbarer - und unzufriedener - Mittelstürmer? Oder der FC Bayern, der ja offensichtlich gegen die Streik-Kultur unter den Profis kämpfen möchte?

Pro und Contra: Soll der FC Bayern Lewandowski verkaufen?

 

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