Olympische Winterspiele in Sotschi Alpine Snowboarder: Die Hoffnung ist blond

Anke Karstens, Isabella Laböck,Selina Jörg und Amelie Kober sind die deutschen Hoffnungsträgerinnen im Snowboarden. Foto: dpa

Die Hoffnungen der deutschen Snowboarder liegen vor den Parallel-Rennen vor allem auf den Frauen. Die vier Anwärterinnen auf eine Medaille gehen gemeinsam, aber mit unterschiedlichen Voraussetzungen in ihren ersten Wettbewerb.

 

Sotschi – Die großen Hoffnungsträgerinnen sind blond, lachen verschmitzt und erzählen amüsante Geschichten von Ausflügen aufs Surfbrett. Die Snowboarderinnen Anke Karstens, Selina Jörg, Isabella Laböck und Amelie Kober sitzen auf dem Podest im Deutschen Haus und strahlen Zuversicht für ihre Slalom-Rennen aus: "Wir sind ja nicht da, um Tourismus zu betreiben", sagt Kober, und die anderen nicken zustimmend.

Die Vier brauchen diesen Optimismus. Sie sind die Hoffnungsträgerinnen für den deutschen Snowboard-Verband, der drei Medaillen einfahren möchte. Und irgendwie auch für das gesamte deutsche Team, dem in der zweiten Olympiawoche die Medaillenchancen ausgehen.

Die besten Aussichten auf Medaillen darf sich Laböck ausrechnen. Bei der Weltmeisterin im Parallel-Riesenslalom zeigt die Formkurve nach einer durchwachsenen Saison wieder nach oben. "Ich fahre nicht her und bin mit einer Top-Ten-Platzierung zufrieden", sagt die Bayerin aus Prien am Chiemsee: "Mein Anspruch ist, dass ich eine Medaille holen kann und möchte." Dieses Ziel sei unabhängig vom Erwartungsdruck, der auf einer Weltmeisterin nun einmal liegt.

Vom Druck befreit hat sich Kollegin Kober längst. Die Miesbacherin, Mutter eines dreijährigen Sohnes, sagt selbst, mit den Silbermedaillen bei Olympia 2006 in Turin und bei der WM 2007 sowie zwei dritten Plätzen bei der WM 2013 habe sie "ihre sportlichen Ziele schon irgendwie erreicht". Was nicht heißen soll, dass sie die Wettkämpfe in Sotschi unambitioniert angeht, zumal sie beim Weltcup hier den zweiten Platz belegt hatte: Es sei nur schwer, den Erfolg zu planen, "Olympia hat seine eigenen Gesetze".

Auch Karstens und Jörg gehen mit einigem Optimismus in die Wettkämpfe. "2010 war ich Fünfte und damit acht Plätze besser als im besten Weltcup", sagt Karstens und lacht – dieses Jahr war ihre beste Platzierung der neunte Platz. So oder so wolle sie "so gut fahren wie ich kann". Die Sonthofenerin Jörg hat vor, die Chance Sotschi für eine kleine Revanche zu nutzen, in Vancouver war sie undankbare Vierte geworden. "Das war toll, aber ich habe mich ziemlich geärgert", sagt die 26-Jährige.

Für die drei deutschen Männer Stefan Baumeister (Aising-Pang), Patrick Bussler (Aschheim) und Alexander Bergmann (Bischofswiesen) bleiben neben den vier blonden Mädels wohl nur Nebenrollen übrig. "Ich will meinen Spaß haben", sagt Bergmann, Baumeister will "einfach so fahren wie im Training" und Bussler hofft, von seiner "größeren Konstanz profitieren zu können".

Eine Medaille wäre allerdings eine Überraschung, auch wenn Bergmann vier Wochen vor den Spielen für eine mittlere Sensation gesorgt und beim Weltcup im österreichischen Bad Gastein den ersten von zwei Parallel-Slaloms gewonnen hatte.

 

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