Olympiapark X Games: Klar zum Abflug!

Big Air bei den X Games – das bedeutet Schwindelfreiheit und absolute Körperkontrolle bei den Protagonisten. Foto: Pete Demos/ ESPN Images

AZ-Serie X Games in München. Diesmal: Alle Infos zu der Disziplin Skateboard Big Air. Hier stürzen sich die Sportler aus der Höhe eines Hauses hinunter und fliegen danach 40 Meter durch die Luft

 

Tommy Brandelik lacht und schüttelt nur seinen Kopf. „Das ist wirklich etwas für die ganz Verrückten”, sagt der Münchner Skateboard-Profi und meint, „schon allein da oben mit seinem Brett zu stehen und dann diese riesige Rampe runterzuschauen und auch noch runterzuschießen. Da bleibe ich lieber mit dem Brett in Bodennähe.” 26 Meter über dem Boden befinden sich die Skateboarder beim Big Air. So hoch ist die Rampe bei den X Games in München, von der sich die Starter mit Brett unter den Füßen herunter stürzen.

Und das ist nur der Anfang. Nach der Startrampe, die einen Neigungswinkel von 53 Grad besitzt, folgt ein Kicker (Sprungschanze), der die Skateboarder in die Luft katapultiert und an die 40 Meter weit fliegen lässt. „Das kann man sich eigentlich kaum vorstellen. Aber die rasen diese monströse Skisprungschanze runter, nehmen mit viel Schwung und noch mehr Adrenalin den Kicker, heben ab, machen einen Trick, landen kurz”, erzählt Brandelik, „und donnern in direktem Anschluss in eine Quarterpipe, die größer als ein Einfamilienhaus ist, um sich zum Abschluss über 15 Meter hoch und senkrecht in die Luft zu schießen. Völlig verrückt!”

Als ganz normaler Skateboarder kann man solch einen Ausflug nicht mal eben kurz probieren – und sein Glück versuchen. Oben auf der Rampe stehen nur absolute Profis. Profis, die gerne, lange und hoch fliegen. So einer wie Bob Burnquist. Der Brasilianer zählt seit über 20 Jahren zu den Überfliegern der Szene. Daran ändert auch sein recht hohes Alter nichts. Mit 36 Jahren zeigt „Big Bob” den jungen Wilden immer noch, wo es langgeht. Seit drei Jahren ist er bei den X Games im Big Air ungeschlagen - 2011 und 2012 gewann der Brasilianer in Los Angeles und in diesem Jahr bereits in Foz do Iguaçu und Barcelona. Nun folgt München.

Tommy Brandelik, der in Deutschland zu den besten Street-Skateboardern gehört, schüttelt wieder seinen Kopf. „Ich bin einmal in einer Skatehalle einen ganz kleinen Big Air gefahren und in einem Schaumstoffbecken gelandet. Das hat schon Spaß gemacht”, sagt er und betont: „Aber was bei den X Games läuft, ist eine andere Dimension, eine andere Welt.” Die Skateboarder nutzen bei ihren Ausflügen die gleiche Anlage wie die BMXer. Die Rampe mit Kicker und Quarterpipe befindet sich im Olympiasee. „Das gibt dem ganzen Spektakel natürlich noch eine außergewöhnliche Atmosphäre.”

Megarampen gibt es in München nicht – aber auch sonst sind diese „Skisprungschanzen für Skateboarder” in normalen Parks erst gar nicht zu finden – sie sind viel zu gefährlich für den Freizeitsport! Bevor man sich auf so ein Monster wagt, muss man schon perfekt Skateboarden können. Auch die Anlage im Münchner Hirschgarten – mit Bowl, Pool und Fullpipe – ist nur etwas für Könner. „Wer auf dem Brett bereits gut steht, der kann da mal etwas abheben und fliegen”, meint Brandelik. 

 

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