Olympiaberg Der Schnee kommt vom Flughafen

Noch ist nicht klar, ob der Weltcup-Slalom am 1. Januar am Olympiaberg stattfinden kann.

 

Winterlich sieht es derzeit nicht gerade aus im Olympiapark: riesige Pfützen und Schneematschreste, wo Eis und Schnee sein sollten - wie im vergangenen Jahr. Da erlebten 25.000 Ski-Fans die Premiere des Weltcup-Parallelslaloms am Olympiaberg. Ob Ausgabe zwei am 1. Januar nun wie geplant über die Bühne geht? Organisations-Chef Frank Seipp sagt: „Noch sind wir zuversichtlich.“
Was bleibt ihm auch anderes übrig? Abhängig ist er trotzdem: von den Temperaturen. Sollte es innerhalb der nächsten Woche keine Minus-Grade geben, dürfte es mit der Austragung des abendlichen Spektakels am Neujahrstag sehr eng werden. Seipp sagt: „Es ist schwer vorherzusagen, wann unsere deadline ist. Irgendwann nach Weihnachten müssen wir sehen, ob wir es schaffen können.“
Laut Seipp habe man Anfang der Woche „überraschend viel Schnee produzieren können“, was auch den Weltskiverband FIS beeindruckte, dessen Delegation am Donnerstagmorgen „sehr intensiv im Schnee gegraben“ habe, so Seipp. Mittlerweile greife bereits Plan B: Vom Kooperationspartner Flughafen München wird derzeit der vom Vorfeld und den Landebahnen geräumte Schnee per Lastwägen in den Olympiapark gekarrt. So hat sich im Zielbereich des Slaloms ein veritabler Schneeberg angehäuft, der allerdings dem Dauerregen ausgesetzt ist. Der Organisations-Chef meint, das Problem wäre vorerst auch nicht der Regen: „Das kompensieren wir mit Masse“, sagt Seipp. Das Problem wird vielmehr sein, aus der erwähnten Masse an Schnee mit 150 Helfern und zwei Pistenraupen auch eine geeignete Rennpiste zu basteln.
Maria Höfl-Riesch, aus dem tiefverschneiten Kitzbühel zur Pressekonferenz angereist, würde eine Absage bedauern, hat sie doch das Erlebnis des Vorjahres noch in bester Erinnerung: „Das war ein Wahnsinnsgefühl, was ganz Besonderes. Alle Fahrerinnen freuen sich schon wieder darauf.“ Die Sonderschicht am Silvestertag würde sie nur allzu gerne einlegen, sollte das Rennen denn stattfinden können.
Ab 2012 soll das Rennen, in dem bei Frauen und Männern die jeweils 16 Erstplatzieren der Weltrangliste startberechtigt sind, für zunächst fünf Jahre fester Bestandteil des Weltcup-Kalenders sein. DSV-Präsident Alfons Hörmann strich nochmal die besondere „strategische Bedeutung“ des Rennens heraus. Jetzt muss es nur noch kalt werden.

 

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