Olympia-Hoffnung zittert Weitspringerin Moguenara: Bänderriss bei Werbedreh

Weitspringerin Sosthene Moguenara ist längst ein Covergirl der deutschen Leichtathletik. Und nun die Nummer 1 auf der Welt in ihrer Disziplin: Bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim flog sie auf 7,16 Meter hinaus - so weit wie noch keine andere Konkurrentin im Olympia-Jahr. Die Bilder. Foto: Imago

Ein Unfall bei einem Werbedreh könnte Weitsprung-Ass Sosthene Moguenara die Olympia-Teilnahme kosten und schmälert zumindest ihre Medaillenchancen. Mit Bildern der Weltjahresbesten.

Berlin - Deutschlands Top-Weitspringerin Sosthene Moguenara hat sich bei einem Fotoshooting am Sprunggelenk verletzt und muss um ihre Teilnahme an den Sommerspielen in Rio de Janeiro bangen. "Gott sei Dank ist nur ein Außenband gerissen. Ich habe die Hoffnung, dass sie bis Olympia wieder auf die Beine kommt", sagte ihr Heim- und Bundestrainer Uli Knapp.

Eine Operation sei nach Ansicht der Ärzte derzeit nicht notwendig. Die Verletzung zog sich Moguenara am vergangenen Sonntag in Berlin bei Werbeaufnahmen für die Leichtathletik-EM 2018 zu.

"Leider ist das passiert, was nicht passieren darf, aber passieren kann. Ich bin umgeknickt und habe mir eine Bänderverletzung zugezogen", sagte die 26-Jährige aus Saarbrücken. Sie hoffe aber, "dass der Film fertiggestellt und die Zuschauer begeistern wird".

 

Das Missgeschick war ihr beim letzten Sprung auf eine Weichmatte widerfahren. Die Aufnahmen fanden auf einem abgesicherten Flachdach statt. Schuldzuweisungen gab es jedoch keine.

"Alle Beteiligten sind ihrer Fürsorgepflicht absolut nachgekommen und haben einen hohen Aufwand an Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Es war ein unglücklicher Zufall, der Sosthene auch im Training hätte passieren können", sagte der Bundestrainer.

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Nach Angaben eines Sprechers des EM-Organisationskomitees müsse die Versicherungsfrage noch geklärt werden. Einen Tag vor dem Unfall hatte sich Moguenara mit einem 7,16-Meter-Satz in Weinheim an die Spitze der Weltjahresbestenliste katapultiert. Es war zugleich die drittbeste Weite, die je eine deutsche Weitspringerin erzielt hat.

Nur die zweimalige Olympiasiegerin Heike Drechsler mit 7,48 Metern und Helga Radtke (7,21) liegen vor Moguenara. Sie hatte bei der Hallen-EM 2015 Silber gewonnen und zählt zu den Medaillenkandidatinnen für Rio de Janeiro.

Der Fall erinnert etwas an die Causa Kevin Trapp: Der Torhüter von Eintracht Frankfurt war 2013 bei Werbeaufnahmen mit der U21-Nationalmannschaft so unglücklich gestürzt, dass er sich den vierten Mittelhandknochen und den Mittelfinger an der linken Hand brach. Er musste operiert werden und fiel wochenlang aus.

 

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