Olympia Fischbacher: Retterin der Skination Österreich

Andrea Fischbacher freut sich über Bestzeit im Super-G. Foto: dpa

Wien (dpa) - Mit ihrer Goldmedaille beim Super-G hat Andrea Fischbacher die bisher bei den Olympischen Winterspielen recht erfolglose Skination Österreich aus dem Tal der Tränen geholt. Statt Schelte für die alpinen Herren gab es in den Zeitungen des Alpenlandes überwiegend Jubel für die 24-Jährige.

 

Für die «Kronenzeitung» ist Fischbacher eine Nationalheldin und Retterin der Skination Österreich - was die junge Frau im Interview aber bescheiden zurückweist: «Echt? So fühle ich mich nicht. Noch viel weniger als Heldin.» «Eine Frage der Super-G-Gene» titelt «Die Presse». Die Wiener Zeitung «Kurier» vergleicht «Fishy» gar mit dem Actionheld «Rocky». «Sieht man vom obligaten Arnold Schwarzenegger ab, wird man lange suchen müssen, um Österreicher mit ähnlich hohem Bekanntheitsgrad in Amerika zu finden», schreibt dort Kommentator Jürgen Preusser. «Fischi kann noch viel mehr erreichen», ist die Zeitung «Österreich» überzeugt.

Auch im Gästebuch ihrer Fan-Homepage wird die Salzburgerin zahlreich beglückwünscht. «Für uns bist du jetzt die Goldfischi - stell dir vor du hättest Silber gemacht - (was auch toll gewesen wäre), aber SILBERFISCHI wär halt ein bisserl negativ behaftet gewesen - so gefällt mir das besser», notiert dort beispielsweise «Horst».

Die insgesamt bescheidene alpine Zwischenbilanz von Deutschlands Nachbarland wird dennoch weiter thematisiert. «Selbst Ski-Exoten wie die Teams aus Andorra oder Argentinien hatten somit nicht weniger Läufer im Finale als die einst so stolze Ski-Nation Österreich», klagt die «Kronenzeitung». Das Versagen von Österreichs Herren in der Super-Kombination war für die Zeitung «Österreich» die «nächste Ohrfeige»: «Raich patzt, die anderen ÖSV-Herren machen sich lächerlich», heißt es dort.

Einzig der «Kurier» lässt sich nicht entmutigen und sieht die Österreicher in der internationalen Wahrnehmung immer noch als die besten Skifahrer der Welt: «Weil der Eindruck einer jahrzehntelangen Dominanz nicht vom Anflug einer Krise ausgelöscht werden kann.»

 

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