Olympia 2018 Historische Medaille: Kombinierer holen Gold in Staffel

, aktualisiert am 22.02.2018 - 13:13 Uhr
Die vier Gold-Jungs: Eric Frenzel (l-r) Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger freuen sich über ihren Olympiasieg im Teambewerb der Nordischen Kombination. Foto: dpa

Die deutschen Kombinierer sind bei den Winterspielen eine Klasse für sich. Nach den Einzel-Siegen für Frenzel und Rydzek wird auch der Mannschaftswettbewerb eine klare Angelegenheit. Es ist der erste deutsche Team-Olympiasieg seit 1988.

 

Pyeongchang - Johannes Rydzek schnappte sich schon weit vor dem Ziel die Deutschland-Fahne, setzte vor Freude noch einen Telemark in den Schnee und fiel schließlich überglücklich seinen Kollegen in die Arme. Mit einer weiteren Machtdemonstration in der Nordischen Kombination haben Rydzek, Eric Frenzel und Co. den Gold-Hattrick von Pyeonchang perfekt gemacht. Die beiden Einzel-Olympiasieger rasten am Donnerstag bei den Winterspielen zusammen mit Fabian Rießle und Vinzenz Geiger zum ersten Gold im Mannschaftswettbewerb seit 1988.

Das Quartett siegte nach dem Springen von der Großschanze und dem Langlauf über 4x5 Kilometer mit 52 Sekunden Vorsprung vor Norwegen und 1:07 Minuten auf Österreich, was fast schon eine Demütigung für die Konkurrenz war.

Perfekter Abschluss der Olympischen Bewerbe

"Es ist unfassbar. Es ist doch etwas holprig gewesen dieses Jahr, wir haben aber immer an uns geglaubt. Wir haben sehr hart arbeiten müssen. Die Jungs haben uns voll vertraut und sind voll mitmarschiert. Wir sind immer stärker geworden. Das macht diese Erfolge umso schöner, weil wir es gemeinsam geschafft haben. Es ist wunderschön, als Trainer das zu sehen", schwärmte Bundestrainer Hermann Weinbuch. Es war der perfekte Abschluss für das deutsche Team, nachdem Frenzel beim Wettbewerb von der Normalschanze triumphiert hatte und es anschließend sogar einen deutschen Dreifach-Sieg von der Großschanze gegeben hatte.  Fünf Medaillen in drei Wettbewerben - das Team von Weinbuch war nach dem alles andere als sorgenfreien Weltcup-Winter beim Saisonhöhepunkt voll da. Das 13. Gold für die gesamte deutsche Wintersport-Mannschaft hatte auch eine historische Note, denn damit ist die beste Ausbeute seit der Wiedervereinigung perfekt.

In der Loipe fiel die Vorentscheidung schon nach wenigen Kilometern, als Geiger die Führung übernahm und seine Kollegen den Vorsprung stetig auf die Konkurrenz ausbauten. Schon beim Springen hatte sich das deutsche Team mit Platz zwei eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Mit nur sechs Sekunden Rückstand auf Österreich, aber immerhin 21 Sekunden Vorsprung auf Mitfavorit Norwegen ging das DSV-Quartett in den Langlauf.

"Es war nicht einfach, die Mannschaft auf diesen Wettkampf einzustellen. Nach dem Dreifachtriumph und dem Probesprung war die Goldmedaille schon ziemlich groß vor den Augen. Dass man dann bei sich bleibt und sich auf die Aufgaben besinnt, ist nicht so einfach", sagte Weinbuch. Und es lief wie geplant. Geiger lief schnell zum Österreicher Wilhelm Denifl auf und zog auch davon. "Ich habe versucht, eine Lücke zu reisen. Das ist mir ganz gut gelungen", sagte Geiger. Anschließend vergrößerte der laufstarke Rießle den Vorsprung auf die zweitplatzierten Norweger von 12 auf 44 Sekunden.

Bronze, Silber, Gold: Medaillensatz ist perfekt

Der Rest war für die Gala. Frenzel, der durch das dritte Olympia-Gold seiner Karriere zu den Rekordsiegern Ulrich Wehling (DDR), Samppa Lajunen (Finnland) und Felix Gottwald (Österreich) aufschloss, übergab mit einer Minute Vorsprung an Rydzek und jubelte bereits mit seinem Skistock. Rydzek brachte den Sieg schließlich sicher ins Ziel. Es war die Medaille, die dem DSV-Team um Bundestrainer Weinbuch noch fehlte. 2014 erreichte die deutsche Mannschaft in Sotschi Silber, vier Jahre davor hatte es Bronze gegeben.

 

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