Oktoberfest „Ozapft is“ – Jubiläums-Oktoberfest eröffnet

Illustration Foto: dpa

Staunen über OB Ude: Vier Mal wurde er zum Münchner Oberbürgermeister gewählt, zum vierten Mal zapfte er am Samstag im Schottenhamel-Festzelt mit nur zwei Schlägen an.

 

Staunen über OB Ude: Vier Mal wurde er zum Münchner Oberbürgermeister gewählt, zum vierten Mal zapfte er am Samstag im Schottenhamel-Festzelt mit nur zwei Schlägen an. Mit dieser erneuten Rekordleistung eröffnete er um 12 Uhr das 177. Oktoberfest – der SPD-Politiker hatte schon 2005, 2008 und 2009 nur zwei Schläge gebraucht.

Mit diesem Anzapfergebnis ist Ude zufrieden: Zwei Schläge seien es, worauf er gehofft habe. Mit einem Schlag wolle er gar nicht anzapfen – „höchstens beim letzten Mal, sonst heißt es im nächsten Jahr schon, ich habe nachgelassen“, sagte Ude. Der reale Grund: Ein einziger Schlag - das weiß Bier-Kenner Ude - würde das Bier im Fass zu sehr in Wallung bringen, es schäumen lassen . Die Bier-Experten sprechen von „scharf machen“. Deswegen weiß Ude: So ein Fass mit einem Schlag anzapfen, das wäre „nicht fachgerecht“.

Fachgerecht war auch UddeOutfit: Der Oberbürgermeister trägt Lederhose. „Ich habe es so gemacht wie es sich gehört und das fescheste Gewand angezogen, dass man sich vorstellen kann“ – die Krachlederne halt. Ministerpräsident Horst Seehofer kam wie im Vorjahr hingegen in Stoffhose und Trachtenjanker. Zwar besitze er eine Lederhose, aber die ziehe er nicht mehr an, räumte der CSU-Politiker ein. Als Grund gab er für diesen Tag an: „Ich habe nicht so schöne Wadel wie der Oberbürgermeister.“

Vergangenes Jahr hat Seehofer Kanzlerin Merkel von der Wiesn ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „I mog di“ mitgebracht. Das kommt dieses Jahr gar nicht in Frage: Zwar wird er sich dieses Jahr auch wieder ein solches Herz kaufen – aber heuer bekommt es „meine Frau“, wie Seehofer kurz und knapp bekannte.

Karin Seehofer wurde allerdings beim Anstich aus unerfindlichen Gründen in die zweite Reihe verbannt: Stand sie noch 2009 neben dem zweiten Bürgermeister Hep Monatzeder und Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl an der Seite ihres Ehemanns, verschwand sie heuer hinter die Absperrung und geriet so aus dem Blickfeld der Fotografen. Darüber wunderte sich auch OB Christian Ude: „Das ist das erste Mal, dass ich anzapfe und der amtierende Ministerpräsident nicht seine Ehefrau an seiner Seite hat.“

Nach dem Anstich kamen Ude und Seehofer in die Ratsboxe, um sich eine Maß schmecken zu lassen - beide wurden vom Publikum beim Zuprosten gleichermaßen umjubelt. Keine Spur von den Buhrufen, die Ude sonst im traditionell konservativen Schottenhamel-Zelt erdulden musste – der Bürger-King ist offenbar auch bei der CSU-Klientel Kult. Und auch wenn Seehofer - anders als Ude – nicht stehend Ovationen entgegennahm, war der Ministerpräsident doch gut gelaunt und gesprächig.

Mit Ude und Seehofer saßen Ratsmitglieder und Brauerei-Vertreter auf der Empore - Bundespolitik war wenig vertreten. Nur Klaus Ernst war da - der PDS-Chef wurde protokollarisch in die zweite Reihe verbannt. Und der Schweinfurter hat hoffentlich nach dem Genuss von mehr als zwei Maßn seinen Porsche stehengelassen...

Georg Thanscheidt

Das Video vom traditionellen Anstich:

 

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