Von Wildbieseln bis öffentlicher Sex Oktoberfest-Bußgeldkatalog 2019: Die Wiesn kann noch teurer werden

Nach ein paar Maß verlieren viele Wiesn-Besucher ihre Hemmungen. Das kann allerdings teuer werden. Foto: dpa/Tobias Hase/Hansi Trompka/ho/AZ

Bis zu 11,80 Euro für eine Maß: Die Wiesn ist ohnehin kein günstiges Vergnügen. Erst recht teuer kann es aber werden, wenn Sie sich gewisse Ausrutscher erlauben. Der Bußgeldkatalog fürs Oktoberfest 2019.

 

München - Seit dem 21. September laufen auf der Münchner Theresienwiese (die Wiesn 2019 im Newsblog) wieder Rekordmengen an Bier die durstigen Kehlen hinunter: Unfassbare 7,5 Millionen Maß sind im vergangenen Jahr von 6,3 Millionen Wiesn-Besuchern vernichtet worden. 

Doch Obacht! Gerade, wer auf dem Oktoberfest einen über den Durst trinkt, und dazu seine gute Kinderstube vergisst, kann zur Kasse gebeten werden. Die AZ fasst für euch zusammen, wie teuer die häufigsten Wiesn-Ausrutscher werden können. 

Wildbieseln auf der Wiesn: Bis zu 100 Euro Strafe

Gerade abends können die Warteschlangen an Toiletten auf dem Oktoberfest länger sein, als die am Riesenrad. Immer wieder befinden Wiesn-Besucher den leeren Maßkrug oder den nächstbesten Busch hinterm Festzelt dann als geeignete Alternative zum Klo. 

Dieses vermeintliche Kavaliersdelikt kann allerdings ein Bußgeld bis zu 100 Euro, eine Anzeige aufgrund einer Ordnungswidrigkeit und gegebenenfalls auch Schadensersatzansprüche nach sich ziehen. 

Warum Wildbieseln auf der Wiesn so streng geahndet wird? "Dort sind 200.000 Personen auf der Wiesn, die irgendwo auf die Toilette müssen. Es gibt leider zu viele, die sich dann in Hausfluren entledigen, oder an Bäume pinkeln. Wenn man da immer ein Auge zudrücken würde, wird man der Sache nicht mehr Herr", so Carsten Neubert von der bayerischen Polizei.

Liebesspielchen in der Öffentlichkeit: Bis zu 1.000 Euro Strafe

Wo wir schon am bekannten "Kotzhügel" hinter den Festzelten sind: Hier wird sich nicht nur seiner Körperflüssigkeiten entledigt. Immer wieder können es Besucher nicht erwarten, den Wiesn-Flirt mit nach Hause zu nehmen.

Wer sich beim öffentlichen Liebesakt ertappen lässt, muss sich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verantworten und um die 1.000 Euro Strafe zahlen - und zwar pro Beteiligtem. Die genaue Höhe des Bußgeldes hängt vom Einkommen der Personen ab. Darüber hinaus kann es zu einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr kommen. 

Außerdem werden die Personalien aufgenommen und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Ein teurer - und noch dazu unbequemer - Spaß!

Maßkrug-Diebstahl: Hohes Bußgeld oder Freiheitsstrafe

Das wohl charakteristischste "Souvenir" auf der Wiesn: Der Maßkrug. Und sicher auch eines der teuersten. Wer nämlich einen Maßkrug mitgehen lässt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 360 Tagessätzen oder gar einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr rechnen. Zweiteres gilt jedoch nur für Mehrfachtäter. 

Solche Fälle werden als Diebstahl gewertet. Die hohen Strafen sollen auch eine abschreckende Wirkung haben: Im Jahr 2013 sammelte das Ordnungsamt 145.000 Maßkrüge wieder ein. Deshalb: Lieber direkt im Souvenirgeschäft kaufen. Dort gekaufte Maßkrüge werden mit einer Plakette gekennzeichnet. 

Erbrechen im Taxi: Bis zu 1.500 Euro Strafe 

Für Taxifahrer ist die Wiesn Freud und Leid zugleich: Einerseits eine kräftige Umsatzsteigerung, andererseits mehr unangenehme Fahrgäste. Nicht selten verlieren Oktoberfestbesucher auf dem Heimweg die Kontrolle über ihre Körperfunktionen und "entleeren" sich während der Fahrt. 

Taxi-Unternehmen werten das als eine Form der Sachbeschädigung, weil der Wagen danach nicht mehr einsatzfähig ist. Meistens wird ein solcher Fauxpas mit rund 100 Euro geahndet. Trifft das Missgeschick aber beispielsweise in den Lüftungsschlitz, können für Ausbau, Reinigung und Desinfektion auch mal bis zu 1.500 Euro fällig werden. 

Eine Übersicht über den kompletten Wiesn-Bußgeldkatalog finden Sie auch hier. Also: Sauber bleiben, sonst kann's teuer werden auf der Wiesn!

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