FC Bayern stottert vor Paris-Match Wiesn-Kater? Schwoam ma's owe!

Prost! Thomas Müller, Sebastian Rudy mit Frau Elena, Sven Ulreich mit Frau Lisa, Joshua Kimmich mit Freundin Lina und Mats Hummels mit Frau Cathy (v.l.). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Die Bayern besuchen nach dem Remis gegen Wolfsburg mit Katerstimmung die Wiesn. "Das ist ein ganz guter Stimmungsaufheller", sagt Thomas Müller. Jetzt geht’s gegen Paris

 

München - Die bestens eingeschenkten Maß Bier hielt ein Helfer allzeit bereit. Wenn der Schaum etwas in sich zusammenfiel, wurde nachgebessert. Bevor die Profis und die Bosse am Samstagnachmittag beim traditionellen Oktoberfest-Besuch der Bayern-Familie samt Anhang die Treppen zu Käfer’s Wiesn-Schänke emporstiegen, natürlich in Lederhosen oder Dirndl, wurde ihnen ein Maßkrug in die Hand gedrückt. Einmal lächeln für die Fotografen, bitte.

"Die Spieler können trinken, was sie wollen", sagt Ancelotti

Auch, wenn’s schwerfällt: Viele schauten eher sauertöpfisch bis grimmig drein, zeigten ihr 2:2-Gesicht. Eine Nacht nach dem Schock, dem 2:2 nach 2:0-Führung gegen den VfL Wolfsburg. Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprach von einem "ganz schönen Scheißtag". Denn solch eine Peinlichkeit ist ihnen seit März 2014 in einem Heimspiel nicht mehr passiert, damals holte Hoffenheim in München nach einem 1:3 mit dem 3:3 noch einen Punkt.

Die Bayern gingen also mit Katerstimmung auf die Wiesn. Eine Runde Frusttrinken unter dem Motto: "Schwoam mas owe!" Bayer Thomas Müller, dem Optimismus verpflichtet, formulierte es positiver: "Für das Teambuilding ist die Maßnahme nicht schlecht", der Besuch sei "ein ganz guter Stimmungsaufheller". Ein Prosit der Beharrlichkeit! Für die Spieler sei es "wichtig, dass sie mal den Kopf frei kriegen können", sagte Salihamidzic. Trinken in Maßen – nur kein Kopfweh.

Trainer Carlo Ancelotti, das Synonym für einen Pragmatiker erster Güte, wollte nicht den Promille-Polizisten spielen: "Die Spieler können trinken, was sie wollen. Ich bin nicht ihr Papa oder Bruder, nur der Trainer." Er bleibt bei seiner Linie der langen Leine, bevorzugt die Politik der ruhigen Hand. Sympathisch, aber riskant.

Nach dem Besuch bei bestem Herbstwetter wirkten die Bayern schon wieder lockerer, die Zuversicht kehrte in die Gesichter zurück. Der Sonntag diente der Regeneration, trainingsfrei für Kopf und Körper. Es galt ja auch einiges zu verdauen. Der unerklärliche Einbruch gegen die Wolfsburger, die man schon im Sack hatte mit der 2:0-Führung zur Pause. "Wir spielen noch nicht den Fußball, den wir uns vorstellen", meinte Mats Hummels. "Wir haben den Sieg weggeschmissen", klagte Müller, die "geistige Frische" habe gefehlt. Und die letzte Konsequenz, der unbedingte Wille, kurz und einfach: die Gier.

Andere machen es vor: Mit 6:1 demontierte Tabellenführer Borussia Dortmund die Mönchengladbacher und zeigte dabei den mitreißenden Angriffsfußball, den man sich auch in München wünscht. Drei Punkte vor den Bayern war der BVB zuletzt im Meisterjahr 2011/12.

"Paris wird eine ganz schwierige, heiße Aufgabe"

Und das kurz vor dem ersten Höhepunkt der diesjährigen Spielzeit, dem Kräftemessen mit dem durch die Millionen einer Investorengruppe aus Katar aufgerüsteten Hauptstadt-Klub Paris St. Germain um Superstar Neymar am Mittwoch (20.45 Uhr, ZDF und Sky live) in der Champions League.

"Das wird eine ganz heiße, schwierige Aufgabe", ahnt Hummels und ordnet die Partie ein: "Auswärts in Paris ist momentan definitiv eines der fünf schwersten Spiele in Europa und damit auf der Welt." Für Rafinha pure Motivation: "Sie haben gute Spieler eingekauft. Aber auch wir haben unsere Waffen."

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