Ohne Wohnung in München Netzwerk Wohnungslosenhilfe: Unterstützung für Obdachlose

, aktualisiert am 21.11.2016 - 17:49 Uhr
550 Menschen leben bei uns auf der Straße – auch für die will das neue Netzwerk Wohnungslosenhilfe sich einsetzen. Foto: Andreas Gebert/dpa

Tausende Menschen hier haben kein Heim, Hunderte kein Obdach. Die Hilfs-Möglichkeiten will ein neues Netzwerk bekannter machen.

 

München - Der Winter naht, darüber täuschen auch diese letzten milden Tage nicht hinweg – und längst nicht jeder in München hat ein Zuhause, in dem er die Heizung aufdrehen kann, wenn's ungemütlich wird.

550 Menschen leben aktuell in München auf der Straße, machen "Platte", und insgesamt 6782 sind wohnungslos – Tendenz deutlich steigend im angespannten Mietmarkt. 2008 seien noch 2466 Menschen ohne Wohnung gewesen, meldet das "Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe".

Aus diesem Anlass hat sich das Netzwerk gegründet: ein Zusammenschluss noch sozialen Trägern in der Landeshauptstadt, um auf den Problemkomplex Wohnungs- und Obdachlosigkeit aufmerksam zu machen und "idealerweise Abhilfe zu schaffen".

Unter der Schirmherrschaft von Petra Reiter, Frau von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, arbeiten die lokalen Organisationen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), des Katholischen Männerfürsorgevereins (KMFV) und des Evangelischen Hilfswerks (EHW) sowie der Internationale Bund (IB) und der Verein Wohnhilfe zusammen.

Auch 1700 Kinder und Jugendliche sind wohnungslos

Die Träger haben schon öfter zusammengearbeitet, jetzt soll das einen offiziellen Charakter bekommen und dadurch auch die öffentliche Wahrnehmung verändern: "Es gibt sehr viele differenzierte und fachlich qualifizierte Hilfsangebote in München", darunter insgesamt 7500 Plätze in Notunterkünften, sagt KMFV-Vorstand Ludwig Mittermeier. "Trotzdem gelingt es manchen Initiativen, immer wieder den Anschein zu erwecken, dass für diesen Personenkreis viel zu wenig oder nichts getan wird."

Außerdem will das Netzwerk Gehör verschaffen für Themen wie die 1700 wohnungslosen Kinder und Jugendlichen hier.

"Wohnungslosigkeit kann jeden treffen", sagt Reiter. "Ein Schicksalsschlag, eine Krankheit, der Verlust der Arbeit oder die Trennung vom Partner – das geht meist schneller, als man denkt." Sie wünsche sich, dass "in einer so wohlhabenden Stadt jeder ein Obdach hat, keiner verhungert oder verdurstet und keiner friert".

 

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