Die Bayern-Basketballer feiern ausgelassen ihr erstes Titel-Doppel. Die AZ erklärt wie, wo, mit wem - und warum Uli Hoeneß dabei fehlte.

München - Der MVP der Finalserie erwies sich auch abseits des Feldes und bis weit in die Morgenstunden noch als äußerst wichtiger Protagonist der Basketballer des FC Bayern.

Als die Münchner ihre Meisterparty schon in die "Rodman Bar" im Gärtnerplatzviertel verlegt hatten, schlüpfte Danilo Barthel dort nämlich hinter den Tresen und in die Rolle des Barkeepers. Die Bayern feierten gemeinsam mit ihren Familien und den Mitarbeitern des Klubs ausgelassen ihren großen Triumph - Champagner-Duschen und die We-are-the-Champions-Hymne inklusive. Nach AZ-Informationen verließen die letzten bayerischen Feierbiester die Bar erst gegen 6 Uhr morgens.

Und geht es nach Marko Pesic, soll das nur der Anfang eines wahren Feiermarathons gewesen sein. "Sieben Tage Party!" hatte der Geschäftsführer des FCBB schon im Moment des größten Triumphs der Vereinsgeschichte angekündigt und gesagt: "Wir haben sieben Jahre hart gearbeitet und etwas Historisches erreicht."

Nach dem Pokalsieg vor ein paar Monaten haben sich die Bayern zum allerersten Mal das Double gesichert.

Hoeneß genoss den Triumph im Stillen

Ihre erste Meisterschaft seit 2014 und die vierte insgesamt nach 1954 und 1955 hatten sie am Samstagabend mit einem fulminanten 106:85-Sieg im entscheidenden Spiel der Finalserie gegen Alba Berlin, die der FCBB mit 3:2 gewann, klargemacht. "Unser Herz", so Pesic, habe zugunsten der Bayern entschieden: "Heute war nach zwei Minuten klar, dass wir das Spiel nicht verlieren können." Der schon seit Donnerstag mit 6500 Zuschauern ausverkaufte Audi Dome wurde bei der anschließenden Double-Party zum Meister-Tollhaus. Schon vor der Krönungszeremonie wurde das Parkett mit Weißbierduschen geflutet. Und kaum ein Spieler oder Verantwortlicher blieb dabei trocken.

Einzig Vereinspräsident Uli Hoeneß gelang es, sich dem feucht-fröhlichen Vergnügen zu entziehen. Nach dem Schlusspfiff war der 66-Jährige zwar von seinem Tribünenplatz aufs Feld gestürmt, um dort den Spielern und Trainer Dejan Radonjic, den er innig umarmte, zu gratulieren. Fast genauso schnell war der Klub- und Basketballpatron dann allerdings auch wieder aus der wilden Partyzone verschwunden.

Die Basketball-Riesen feierten dort wie kleine Buben. Spielmacher Stefan Jovic und Topscorer Nihad Djedovic (19 Punkte) schnitten sich die Korbnetze ab und trugen sie wie Schmuckketten um den Hals.

Hoeneß bekam auch nicht mehr mit, wie Kapitän Anton Gavel die Meistertrophäe im blau-goldenen Konfettiregen unter großem Jubel in die Höhe stemmte.

Auch in der Bar schaute Hoeneß später nicht mehr vorbei. Er überließ die Party-Bühne lieber den Akteuren der Bayern-Basketballer und genoss den Triumph im Stillen. Und außerdem hatte er noch einen wichtigeren Termin: Um Mitternacht wollte er wieder daheim am Tegernsee sein, um dort mit Ehefrau Susi auf ihren 65. Geburtstag anzustoßen.

Bart und Haare mussten dran glauben

In der Kabine wurde einem Physiotherapeuten nach einer verlorenen Wette vom gesamten Team der Kopf kahl geschoren, auch der Playoff-Bart von Gavel fiel den Feierlichkeiten zum Opfer.

Mit Balkan-Beats und Bier nahm die Party Fahrt auf, bevor sich die Bayern im Foyer ihren Fans präsentierten. "Ich habe seit sechs Monaten keinen Alkohol getrunken", sagte Alex King, "die ganze Mannschaft wird ausrasten." Barthel kündigte "ein paar Tage Ausnahmezustand" an. Am Dienstag steigt ab 18 Uhr im Paulaner am Nockherberg die Fanparty inklusive Autogrammstunde und Fotos mit den Stars.

Die Stadt feiert nun das Triple. OB Dieter Reiter beglückwünschte die Basketballer und erinnerte an die Meistertitel der Bayern-Fußballer und der Eishackler des EHC Red Bull: "Ein herausragender Erfolg für unsere Sportstadt München!"

Mit der Regionalligameisterschaft des TSV 1860 wäre es sogar ein Quadruple - zumindest ein kleines. Mit ihrem Double haben die Basketballer den Klubkollegen mit ihrer Single-Meisterschaft jedenfalls etwas voraus. Gavel entscheidet damit auch das Kapitänsduell mit Manuel Neuer für sich. Oder etwa doch nicht?

"Er kann das Double ja noch holen dieses Jahr", behauptete Gavel. Ja, wie jetzt? "Wenn er Weltmeister wird."